Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Ärztestatistik 2016: Schere zwischen Behandlungsbedarf und -kapazitäten öffnet sich

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat diese Woche die Ärztestatistik für das Jahr 2016 veröffentlicht. Aus den Daten geht hervor, dass sich die Zahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten Ärztinnen und Ärzte geringfügig um 2,1 Prozent erhöhte. Damit waren im Jahr 2016 im Bundesgebiet 378.607 Ärztinnen und Ärzte tätig, 7.305 mehr als im Vorjahr. Von ihnen arbeiten 194.401 im Krankenhaus. Deutlich kleiner ist die Gruppe der ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte mit 151.989. Hinzu kommen 32.217 Mediziner, die bei Behörden, Körperschaften und in sonstigen Bereichen beschäftigt sind. Ihr Anteil blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 8,5 Prozent unverändert.

Nach Einschätzung der BÄK relativiert sich der insgesamt leichte Zuwachs, wenn man die enorm hohen Behandlungszahlen in Praxen und Kliniken betrachtet. Allein in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung komme es jährlich zu mehr als einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten. In den Krankenhäusern habe sich die Zahl der Behandlungsfälle in den letzten zehn Jahren um mehr als 2,5 Millionen auf fast 19,8 Millionen erhöht. Angesichts des demographischen Wandels sei ein Ende dieser Entwicklung nicht in Sicht. „Unsere Gesellschaft altert, und die Ärzteschaft altert mit. Fast jeder vierte niedergelassene Arzt plant, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben“, warnte BÄK-Präsident Prof. Frank-Ulrich Montgomery. Aus der Ärztestatistik geht außerdem hervor, dass der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der berufstätigen Ärzte auf mittlerweile 46,5 Prozent gestiegen ist. Im Jahr 1991 habe der Frauenanteil noch bei einem knappen Drittel gelegen. Auf dem Arbeitsmarkt seien Mediziner weiterhin äußerst gefragt. Es herrsche praktisch Vollbeschäftigung – das sei eine gute Nachricht für die Mediziner, aber aus der Versorgungsperspektive ein deutliches Warnsignal.

Weiterhin ungebrochen sei der Trend zur Festanstellung im ambulanten Bereich. Im Jahr 2016 betrug der Zuwachs hier 10,1 Prozent. Die Gesamtzahl habe sich seit 1993 fast versechsfacht. Bemerkenswert sei der hohe Frauenanteil von 62,7 Prozent in dieser Gruppe. Die Zahl der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte dagegen sank um 0,9 Prozent auf 119.641. Von diesen angestellten Ärzten entschieden sich immer mehr gegen eine Vollzeitstelle. Für die Versorgung der Patienten bedeutet dies aber, dass mehr Köpfe gebraucht werden, um die gleiche Menge an Arbeit zu leisten. „Die Politik muss diesen Zusammenhang zwischen mehr Teilzeitarbeit und weniger Arztstunden endlich anerkennen und die Zahl der Studienplätze erhöhen“, forderte Montgomery. Notwendig sei eine Steigerung um zehn Prozent. Dass dies aus Kostengründen aus dem zwischen Bund und Ländern konsentierten „Masterplan Medizinstudium 2020“ ausgeklammert wurde, bezeichnete der BÄK-Präsident als enttäuschend. Ein wenig entschärft werde der Ärztemangel durch die Zuwanderung aus dem Ausland. So sei die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärztinnen und Ärzte sum 9,7 Prozent auf 46.721 gestiegen. Damit besäßen 11 Prozent der in Deutschland berufstätigen Ärztinnen und Ärzte eine ausländische Staatsbürgerschaft. 

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