Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Agentur deutscher Arztnetze fordert: Netze brauchen Leistungserbringerstatus

Die Agentur deutscher Arztnetze e. V. versteht sich als Interessenvertreter der rund 400 Arztnetze und Gesundheitsverbünde in Deutschland, unterstützt ihre Mitglieder auf dem Weg der Professionalisierung und tritt als Dienstleister für Vertrags- und Versorgungskonzepte auf. Sie arbeitet dabei eng mit dem NAV-Virchow-Bund zusammen. Nun hat die Netzagentur im Vorfeld der Bundestagswahl der Politik einen Forderungskatalog in Form eines siebenseitigen Grundsatzprogramms vorgelegt. „Regionale integrierte Versorgung ist – insbesondere mit Blick auf die demografische Entwicklung – die Gesundheitsversorgung von morgen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Netzagentur, Dr. Veit Wambach. Zwar sei das Gesundheitssystem in Deutschland hervorragend, die Versorgungslandschaft sei hingegen extrem heterogen. Sowohl bei den Häufigkeiten bestimmter Erkrankungen als auch bei den Sterblichkeitsraten ließen sich große regionale Unterschiede beobachten. „In Hamburg beispielsweise besteht zwischen verschiedenen Stadtteilen eine Differenz von bis zu zehn Jahren bei der Lebenserwartung. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, sagte Wambach.

Bereits heute gebe es viele hoch entwickelte Arztnetze, die in ihren Regionen wirkungsvoll vorführen, wie durch Vernetzung von Ärzten und anderen Leistungserbringern die Gesundheitsversorgung vor Ort verbessert werden kann. „Damit dies auch in Zukunft gewährleistet werden kann, tritt die Agentur deutscher Arztnetze für eine weitere Stärkung der Netze ein, damit diese in die Lage versetzt werden, das Versorgungsgeschehen vor Ort weiterhin nachhaltig und qualitativ hochwertig gestalten zu können“, betonte Wambach. Dieser Stärkung gelten die geforderten Änderungen.

Um die regionale Versorgung mitgestalten zu können, bedarf es aus Sicht der Agentur deutscher Arztnetze der Möglichkeit, dass Arztnetze – neben Krankenhäusern, Medizinischen Versorgungszentren und Kommunen – Arztsitze aufkaufen können. Dafür sollten nach §87b Sozialgesetzbuch (SGB V) anerkannte Praxisnetze einen Leistungserbringerstatus erhalten, der es ihnen ermöglicht, beispielsweise Ärzte einzustellen. Zudem sollte der gesetzliche Auftrag der im SGB V initiierten Förderung von Netzen durch die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen gesetzlich präzisiert und einheitlich umgesetzt werden. 

Weiterhin müssten anerkannte Praxisnetze die Möglichkeit erhalten, regionale Versorgungsaufträge zu übernehmen, um bestehende Defizite und Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auszugleichen. Der Ordnungsrahmen der Selbstverwaltung durch die KVen bliebe dabei erhalten. Schließlich befasst sich das Papier mit den Themen Digitalisierung und interprofessionelle Kooperation, welche die Netzagentur unterstützend begleitend möchte. 

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