Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

DGU startet neues Kursformat zur medizinischen Versorgung im Terrorfall

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) startet heute ein neues Kursformat zur Behandlung von Schuss- und Explosionsverletzungen nach einem Terroranschlag. Wie die DGU mitteilte, richtete sich der neue Kurs zur Terror- und Katastrophenchirurgie mit dem Titel „Terror and Disaster Surgical Care“ (TDSC®) an erfahrene Unfallchirurgen und Chirurgen an deutschen Kliniken, die mit der medizinischen Herausforderung bei Terrorlagen in Zukunft konfrontiert werden könnten. „Unfallchirurgen müssen im Katastrophenfall andere Prioritäten als in der Regelversorgung setzen. Der Kurs übt das Umdenken in der Terrorlage. Auch wenn wir hoffen, dass es nicht nötig sein wird, wollen wir vorbereitet sein, um im Ernstfall möglichst viele Patienten bestmöglich zu behandeln“, sagte DGU-Präsident Professor Dr. Ingo Marzi.

Der Massenanfall von Verletzten im Terrorfall (TerrorMANV) unterscheide sich von einem MANV, wie beispielsweise nach einer Massenkarambolage auf der Autobahn. Die besondere Gefahrenlage und stark blutende Schuss- und Explosionsverletzungen verlange am Anschlagsort und im Krankenhaus ein besonderes Management. Der zweieinhalbtägige TDSC®-Kurs soll unter anderem Kenntnisse über den Einsatz auf gefährlichem Terrain, wesentliche Aspekte der Wundballistik, Besonderheiten zur Versorgung der speziellen Verletzungsmuster, wichtige Entscheidungsalgorithmen und Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und -regulierung (Damage Control) vermitteln. Das Kurs-Curriculum wurde von der DGU-AG Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie (AG EKTC) entwickelt – dabei wirkten Experten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ganz wesentlich mit. Oberstarzt Professor Dr. Benedikt Friemert und AG-EKTC-Leiter erklärte dazu: „Durch den engen Schulterschluss zur Bundeswehr sind wir in der Lage, hochspezialisiertes Wissen aus der Einsatzchirurgie an zivile Mediziner weiterzugeben.“

Im Zentrum des Kurses steht den Angaben zufolge eine Simulationsübung in Form eines Spiels. In verschiedenen Fallsimulationen werden die Teilnehmer mit einem Massenanfall von Verletzten infolge eines Terroranschlages (TerrorMANV) konfrontiert. Unter möglichst realitätsnahen Bedingungen trainieren die Teilnehmer ihre Entscheidungskompetenz in einer Terrorlage: Welcher Patient bekommt in welcher Reihenfolge welche Operation mit welchem Material? Friemert erläuterte: „Schwere Schuss- und Explosionsverletzungen wie auch das Arbeiten mit reduzierten Ressourcen spielen in der täglichen Versorgung bei uns in Deutschland bisher kaum eine Rolle. Daher ist es wichtig, dass wir diesen Kurs entwickelt haben, um nach den Erfahrungen aus Paris, Brüssel und Berlin für den Ernstfall gut aufgestellt zu sein.“

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