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Deutscher Ärztetag 2017: Facharzt für Allgemeinchirurgie bleibt erhalten

Auf Antrag von Dr. Joachim Dehnst, Dr. Gisbert Voigt, Dr. Wolf Andreas Fach, Dr. Theodor Windhorst, Dr. Klaus Reinhardt, Dr. Hans-Ulrich Schröder, Prof. Dr. Rüdiger Smektala, Dr. Bernhard Bedorf und Dr. Günther Matheis (Drucksache VII - 24) hat der 120. Deutsche Ärztetag 2017 beschlossen, die Facharztkompetenz „Allgemeinchirurgie“ zu erhalten und die inhaltliche Kompetenz des Faches zu präzisieren und verbessern. Dies geht aus dem Beschlussprotokoll des Deutschen Ärztetages hervor.

Die Delegierten begründeten ihre Entscheidung damit, dass Allgemeinchirurginnen und Allgemeinchirurgen erfolgreich in Praxen, Notfallambulanzen, Intensivstationen und Krankenhäusern arbeiten und die Facharztkompetenz „Allgemeinchirurgie“ auch keineswegs vom Aussterben bedroht sei. Mit bundesweit 279 Facharztanerkennungen 2015 und sogar 307 Anerkennungen 2016 wählten viele junge Kolleginnen und Kollegen diesen Weg. Sie entschieden sich bewusst für eine breit angelegte fachärztliche Grundkompetenz, nicht für einen „Alleskönner“, aber auch nicht für eine obligat zwingende frühe Spezialisierung. Der Allgemeinchirurg werde nach wie vor für die Grundversorgung in Praxen und Kliniken gebraucht.

Dem Beschluss waren kontroverse Diskussionen zwischen Fachgesellschaft und Berufsverbänden vorausgegangen, in denen sich auch der BNC eindeutig positioniert hatte. Die Befürworter einer Abschaffung der Facharztweiterbildung Allgemeinchirurgie hatten damit argumentiert, bei der zunehmenden Spezialisierung könne niemand mehr die Gebiete Viszeralchirurgie und Unfallchirurgie auf dem erforderlichen Niveau abdecken. Der Ärztetag sah dies anders. So heißt es im Beschlussprotokoll wörtlich: „Das trifft sicherlich für die High-End-Chirurgie zu, aber nicht für die Basisversorgung. Was spricht dagegen, dass ein niedergelassener Allgemeinchirurg einerseits Leistenhernien operiert und andererseits unkomplizierte Frakturen behandelt? Wenn er gewisse proktologische Operationen durchführt, aber ebenso Bagatellverletzungen versorgt und so Krankenhausambulanzen entlastet? Und auch für das Krankenhaus gilt: Nicht jede Radiusfraktur oder Sprunggelenksfraktur muss in einem Zentrum behandelt werden.“ Patientinnen und Patienten mit komplizierten viszeralchirurgischen Erkrankungen oder komplizierten Frakturen gehören nach Auffassung des Ärztetages zweifellos in entsprechend spezialisierte Abteilungen – aber es gebe eben nicht nur komplizierte Fälle.

Das vollständige Beschlussprotokoll können Sie hier herunterladen. Die vollständige Begründung für den Erhalt der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinchirurgie findet sich auf Seite 335.

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