Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

BDC und BVOU fordern: Antikorruptionsgesetz darf sektorenübergreifende Versorgung nicht gefährden

Niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte, die seit langem mit Krankenhäusern kooperieren und so zur gewünschten sektorenübergreifenden Versorgung beitragen, sind durch das Gesetz zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen von 2016 – kurz Antikorruptionsgesetz genannt – vielfach verunsichert. Dies geht aus Online-Umfragen hervor, die der Berufsverband Deutscher Chirurgen e.V. (BDC) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) durchgeführt haben. Demnach werden derzeit viele bewährte Kooperationsverträge zwischen Niedergelassenen und Kliniken auf ihre Kompatibilität mit dem neuen Gesetz überprüft. Dies führe nicht selten zu mehr Unsicherheit über die künftige korrekte Vertragsgestaltung – und in nahezu allen Fällen zu einer schlechteren Bezahlung der Niedergelassenen.

BDC und BVOU hatten im November 2016 beziehungsweise im Februar 2017 ihre sektorenübergreifend tätigen Mitglieder angeschrieben und um anonyme Auskunft gebeten. Beim BDC antworteten den Angaben zufolge insgesamt rund 400 Kollegen, beim BVOU 300. Positiv sei in den Antworten vermerkt worden, dass das gemeinsame Arbeitsverhältnis mit den Kolleginnen und Kollegen in der Klinik im Regelfall sehr gut oder gut ist. Die Umfragen zeigten aber auch die Verunsicherung vieler der Antwortenden: Rund die Hälfte von ihnen habe angegeben, aufgrund des Antikorruptionsgesetzes seien Verträge geprüft worden beziehungsweise würden derzeit geprüft. Von denjenigen, deren Verträge mittlerweile angepasst wurden, hätten rund 90 Prozent ergänzt, ihr Honorar sei gesenkt worden – im Schnitt um 20 Prozent.

Dies ist aus Sicht von BDC und BVOU ein falsches Signal. Ihre gemeinsame Kritik: Statt sektorenübergreifende Kooperationsformen zu fördern, würden sie durch Rechtsunsicherheit infolge des Antikorruptionsgesetzes sowie eine unattraktive Bezahlung geschwächt. Dies betreffe vor allem Kooperationsärzte. BDC und BVOU fordern vor diesem Hintergrund stabile und attraktive Rahmenbedingungen für kooperativ tätige Ärztinnen und Ärzte. Diese leisteten zur Überwindung der Sektorengrenzen einen wichtigen Beitrag. Bestehende Verträge mit Kliniken im Sinne der Rechtssicherheit zu überprüfen und anzupassen, sei ein angesichts des Antikorruptionsgesetzes sinnvolles Vorgehen. Es dürfe jedoch nicht dazu missbraucht werden, Honorare willkürlich zu senken und langjährig bewährte Arbeitskooperationen in Misskredit zu bringen.

Hier finden Sie Details der BDC- und BVOU-Umfrage zur Vertragssituation der Kooperationsärzte.

Aktuelles | Über den BNC | Bundeskongress | Für Patienten | Presse | Landesverbände | Mitgliederbereich | Partner | Veranstaltungen | Praxisbörse | Chirurgensuche | FAQ für Ärzte | Kontakt Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V. © 2014 | Impressum | Rechtliche Hinweise | Design & Umsetzung: zollsoft GmbH