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Kolumne im „Focus“: Niedergelassene Fachärzte haben keine Lobby

Klaus Kelle ist Kolumnist und Medienunternehmer. Der gelernte Journalist schreibt  politische Kolumnen und Kommentare für Zeitungen und Web-Blogs. In seiner aktuellen Kolumne im Nachrichtenmagazin „Focus“ beschreibt er, wie stundenlange Wartezeiten, völlig überarbeitete Fachärzte und knausrige Krankenkassen die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens düster aussehen lassen.

Während der Autor zunächst monatelange Wartezeiten auf Facharzttermine und stundenlanges Sitzen in überfüllten Wartezimmern beklagt, schildert er rasch, was hinter der Misere steckt: die unzureichende Honorierung fachärztlicher Leistungen. „Medizinische Versorgung zu Schnäppchenpreisen“ nennt der Autor das und berichtet von einem Düsseldorfer Facharzt, der sich inzwischen aus der Kassenversorgung verabschiedet und ihm einen Blick in seine Finanzbuchhaltung der vergangenen 15 Jahre gewährt habe. „Stets hatte er pro Quartal etwa die gleiche Anzahl an Patienten. Wurden ihm dafür vor 15 Jahren im Schnitt 85.000 D-Mark überwiesen, so erhielt er nach Währungs-Umstellung noch 37.000, dann 31.000, irgendwann war er bei unter 25.000 Euro im Quartal und beschloss, nicht mehr mitzuspielen“, schreibt Kelle.

Weiter heißt es in der Kolumne: „Dabei sind die Honorare von Bundesland zu Bundesland durchaus verschieden. Niedergelassene Chirurgen kommen im Süden der Republik klar, in Schleswig-Holstein oder Nordrhein-Westfalen jedoch kaum noch. Die konservative Behandlung einer Fraktur – ohne Operation aber mit Röntgenbildern und Bandagen – können bei den ersten beiden Behandlungen mit etwa 27 Euro abgerechnet werden.“ Wie der Autor weiter vorrechnet, berechnet ein Tierarzt im Vergleich dazu für die Behandlung einer Fraktur beim Haushund das Zehnfache – mindestens.

Und auch diese Aussage des Autors dürfte Wasser auf den Mühlen der berufspolitisch interessierten Ärzte sein: „Dabei würde es die Kassen sogar entlasten, viele Operationen ambulant statt stationär machen zu lassen, bei gleicher Qualität. Eine Kreuzbandplastik einsetzen kostet stationär in einem Krankenhaus 3.500 bis 4.000 Euro, bei einem niedergelassenen Chirurgen als Privatpatient 1.500 Euro zuzüglich Sachkosten, bei einem Kassenpatienten 1.100 Euro zuzüglich Sachkosten. Und dennoch ist es offenbar nicht gewollt. Niedergelassene Fachärzte haben keine Lobby.“

Viele Ärzte haben die Kolumne bereits kommentiert und ihrer eigenen Erfahrungen beigesteuert.

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