Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Bundestagswahl: Integrierte Versorgung und Ärztenetze stärken

Die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e.V. (DGIV) hat ein Positionspapier zur Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung vorgelegt. Darin fordert sie u. a. die Einrichtung eigener „Leistungserbringer-Verbünde“, die sich aus Kooperationsgemeinschaften zwischen Krankenhäusern und Versorgungseinheiten aus dem vertragsärztlichen Bereich zusammensetzen sollen: „Die in dieser neuen Versorgungsform zusammengeschlossenen Leistungserbringer müssen in der Lage sein, den Patienten einen ggf. sektorenübergreifenden Patientenpfad unter einem Dach zu eröffnen“, heißt es in dem DGIV-Papier.

DGIV-Vorstandsvorsitzender Prof. Stefan G. Spitzer sieht die bisherigen Versuche, behandlungsrelevante Kooperationen der klassischen Vertreter der beiden Hauptsektoren ambulant und stationär umzusetzen, in der Regelversorgung an gewissen Grenzen angekommen. Bereits das Sondergutachten 2012 des Sachverständigenrates Gesundheit „Wettbewerb an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Gesundheitsversorgung“ enthalte dazu Analysen und noch nicht umgesetzte Empfehlungen, die auch heute noch aktuell seien. An diese Erkenntnisse könne angeknüpft werden, u. a. auch, um den vom Gutachten geforderten „sektorenübergreifenden einheitlichen Ordnungsrahmen“ endlich Realität werden zu lassen.

Um eine bessere Vernetzung geht es auch der Agentur deutscher Arztnetze (ADA), die anlässlich der Forderung des 120. Deutschen Ärztetages Berlin nach einem grundlegenden gesundheitspolitischen Strategiewechsel hin zu einer stärkeren Patientenorientierung erklärte, dass Arztnetze bei der erforderlichen strukturierten Zusammenarbeit aller Akteure „eine zentrale Rolle spielen, denn die Ermittlung regionaler Bedarfe und die Definition regionaler Versorgungsziele sind bereits seit vielen Jahren ihr Metier“.

Um die Netze in ihrem Tun zu stärken, bedarf es nach Ansicht der Agentur deutscher Arztnetze der Möglichkeit, dass Arztnetze – neben Krankenhäusern, Medizinischen Versorgungszentren und Kommunen – Arztsitze aufkaufen können. Dafür sollten nach §87b Sozialgesetzbuch (SGB V) anerkannte Praxisnetze einen Leistungserbringerstatus erhalten. Zudem müsse der gesetzliche Auftrag der im SGB V initiierten Förderung von Netzen durch die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen gesetzlich präzisiert werden. Darüber hinaus sollten anerkannte Praxisnetze die Möglichkeit erhalten, regionale Versorgungsaufträge zu übernehmen, um bestehende Defizite und Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auszugleichen.

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