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Hauptstadtkongress Anästhesiologie: DGAI-Initiative soll Patientensicherheit verbessern

Die Anästhesie ermöglicht heute Operationen bei immer älteren und immer kränkeren Patienten, die auch bei schwierigen Eingriffen sehr gute Ergebnisse aufweisen. Dazu müssen einige Herausforderungen gemeistert werden: So erschweren Vor- und Begleiterkrankungen von Patienten sowie eine Vielfach-Medikation die Behandlung. Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist das frühzeitige Erkennen eines Risikos. Das hilft Fehler zu vermeiden und ermöglicht rasch eine an die Situation angepasste Therapie einzuleiten.

Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) hat im Vorfeld ihres Jahreskongresses, der vom 21. bis 23. September 2017 in Berlin stattfindet, zehn Empfehlungen für den Bereich der operativen Anästhesiologie erarbeitet, die entscheidend für die Prognose von kritischen Patienten sein können, die Behandlungsqualität optimieren und die Patientensicherheit verbessern sollen. Die fünf Positiv- und fünf Negativempfehlungen entstanden in Anlehnung an die AWMF-Initiative „Gemeinsam klug entscheiden“, die DGIM- Initiative „Klug entscheiden“ und die „Choosing Wisely“-Empfehlungen der American Society of Anaesthesiology.

Zu den Positivempfehlungen zählt unter anderem die Etablierung von Sicherheitsprotokollen wie etwa der WHO Surgical Safety-Checklist, die 19 Punkte umfasst. Darunter beispielsweise der Punkt, dass alle Mitglieder des Anästhesieteams vor der Narkoseeinleitung über eventuelle Allergien des Patienten informiert sind. Desweiteren sollten vermehrt Fehlervermeidungssysteme eingesetzt werden, etwa bei der Arzneimittelgabe. So könnten farblich codierte Spritzen die Verwechslungsgefahr reduzieren. Ebenfalls empfohlen wird es, dem Patient Blood Management höheren Stellenwert einzuräumen. Dabei werden zunächst jene Patienten identifiziert, die schon vor der Operation eine Anämie aufweisen. Durch die gezielte Behandlung dieser Anämie kann die Rate perioperativer Komplikationen gesenkt werden.

Auf der Liste der Negativempfehlungen wiederum steht unter anderem die rein routinemäßige Durchführung technischer Voruntersuchunten wie EKG, Labortests und das Röntgen des Brustkorbs. Stattdessen sollten diese Untersuchungen zielgerichtet bei Risikopatienten durchgeführt werden. Darüber hinaus empfiehlt die DGAI, während einer Operation erhebliche Blutdruckabfälle zu vermeiden, da diese im Zusammenhang mit akutem Nierenversagen und einer Schädigung des Herzens stehen könnten.

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