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Fachärzte kritisieren Hausärzteverband: Hausarzt als Gatekeeper funktioniert nicht!

Vom 14. bis 15. September hat in Berlin der 39. Hausärztetag stattgefunden, den die Führungsriege des Hausärzteverbandes auch zu einem gesundheitspolitischen Rundumschlag nutzte. Darunter ein Leitantrag, in dem die Delegierten die „Übernahme von genuin hausärztlichen Aufgaben durch hierfür nicht weitergebildete Gebietsfachärzte (so genannte „Grundversorgende Fachärzte“) sowie durch Arztassistenten (Physican Assistants) oder ähnliche Substitutionsversuche“ ablehnt.  

Diese Äußerungen kommentierte der Spitzenverband Fachärzte (SpiFa) mit den Worten: „Nun ist die Katze aus dem Sack. Es sind nicht die nur den Istzustand der Grundversorgung beschreibenden Aussagen des SpiFa, die aktuell für Aufregung sorgen sollten. Sondern die radikalen Veränderungen im Gesundheitswesen, die der Hausärzteverband gerne hätte, fordern alle auf, klar Stellung zu beziehen.“ Der Allgemeinarzt solle zum Gatekeeper für alles erklärt werden – dies wäre aus Sicht des SpiFa eine massive Veränderung, aber keine Verbesserung, der jetzigen ambulanten Versorgung. „Offenbar möchte man ein verbindliches Primärarztsystem in Deutschland einführen, bei dem der Allgemeinarzt jeden Patienten zuerst sehen muss und auch noch über jede Über- und Einweisung entscheiden möchte“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Systeme dieser Arzt seien aus dem Ausland bekannt: „Sie führen zu einer Wartelisten- und Zuteilungsmedizin. Angesichts der Hausarztzahlen in Deutschland würde außerdem ein überflüssiges Nadelöhr geschaffen. Insgesamt würde sich dadurch die Versorgung der Patientinnen und Patienten nur verschlechtern. Terminservicestellen für Hausarzttermine wären dann geboten. Die freie Arztwahl wäre abgeschafft“, kritisierte der SpiFa die Forderungen des Hausärzteverbandes weiter. Er forderte daher die Politik auf zu bekennen, ob sie die freie Arztwahl abschaffen möchte oder an der bewährten gemeinsamen Grundversorgung durch Haus- und Fachärzte festhalten möchte.

Der SpiFa-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Heinricht erklärte: „Der leichte Zugang zum Facharzt ist das qualitativ hervorstechendste Merkmal der ambulanten Versorgung in Deutschland. Da kann man jeden im Ausland fragen. Er rettet derzeit darüber hinaus das ganze System. Tagtäglich übernehmen Fachärzte Patienten in der Grundversorgung, weil Hausärzte schon rein zahlenmäßig diese Arbeit nicht mehr schaffen können. Und andererseits möchten unsere zunehmend mündigeren Patienten nicht bevormundet werden und wählen deshalb in souveräner Eigenentscheidung den Facharzt als erste Anlaufstelle.“

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