Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Forderung des SpiFa: Sektorenübergreifende Versorgung konsequent verbessern!

Gut zwei Wochen nach der Bundestagswahl rührt der Spitzenverband Fachärzte (SpiFa) erneut kräftig die Werbetrommel für das Belegarztwesen. Dieses sei „ein weltweit verbreitetes Modell für eine gut funktionierende intersektorale Versorgung und die einzige Versorgungsstruktur, die eine Patientenbetreuung über alle Sektoren hinweg durch die selbe Ärztin bzw. den selben Arzt ermöglicht“. Nicht zuletzt für den ländlichen Raum könne damit Versorgungsengpässen wirkungsvoll begegnet werden. Deshalb fordert der SpiFa den Gesetzgeber zu Beginn der neuen Legislaturperiode auf, den Verbotsvorbehalt auf die belegärztliche Tätigkeit auszudehnen und damit belegärztliche Behandlung bruchfrei und sektorenunabhängig zu gestalten.

Das bedeutet den Angaben zufolge auch, dass eine strukturell gleiche Erlössituation wie bei Hauptabteilungen im DRG-System hergestellt werden muss und die Vergütung belegärztlicher Leistungen grundsätzlich außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung erfolgen muss. Hierfür müsste § 121 Absatz 3 SGB V entsprechend angepasst werden. DRG, welche die spezielle Kosten- und Vergütungsstruktur des Belegarztwesens berücksichtigen, müssten demnach durch das Institut für das Entgeltsytem im Krankenhaus (IneK) angepasst werden. So wie 2007 mit dem GKV-Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG) die Umwandlung von Belegabteilungen in Hauptabteilungen vereinfacht worden sei, müsse nun die Umwandlung von Haupt- in Belegabteilungen vereinfacht werden, erklärte der SpiFa weiter. In der Krankenhausplanung der Länder wiederum müsse eine Mindestmenge an in Krankenhäuser zu führenden Belegbetten ausgewiesen werden.

Dr. Andreas Hellmann, Mitglied des SpiFa-Schnittstellenausschusses ambulant/stationär und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Belegärzte e.V. (BdB), erklärte hierzu: „Ein weiterentwickeltes Belegarztwesen befördert das übergeordnete Ziel der Überwindung von starren Sektorengrenzen bei gleichzeitigem Erhalt eines hohen Versorgungsniveaus mit einer bruchlosen Versorgung der Patienten durch den selbstgewählten und aus der ambulanten Versorgung bekannten Arzt.“ Mit dem Belegarztwesen würden die Prinzipien der Freiberuflichkeit, der persönlichen Leistungserbringung und vertragsärztlichen Zulassung gewahrt. SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars Lindemann ergänzte: „Diese Art von Versorgung entspricht dem Wunsch der Patienten und stellt eine effiziente Versorgungsform dar. Die stationäre Versorgung bleibt elementarer, notwendiger Bestandteil eines Gesundheitssystems. Bei den sogenannten ‚stationär/ambulanten’ Fällen mit bis zu drei Tagen Liegedauer sind geeignete Strukturen bereits definiert und müssen endlich eingeführt werden.“ Lindemann verwies dabei auf die Regelung für Praxiskliniken nach § 122 SGBV.

Bereits im Juni hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Rahmen des Sicherstellungskongresses das Thema Belegarztwesen wieder in den Fokus gerückt, was vom SpiFa ausdrücklich begrüßt wurde. Der Dachverband verwies in diesem Zusammenhang auf sein Grundsatzpapier „Verbesserung der Patientenversorgung an der Schnittstelle ambulant/stationär mittels Stärkung des Belegarztsystems“, in dem die Forderungen des SpiFa aus der Agenda ‚Facharzt 2020’ präzisiert und zahlreiche Verbesserungsvorschläge zur zukunftsfähigen Gestaltung intersektoraler Versorgung präsentiert werden.

 

 

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