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Hernienchirurgie: Nahtmaterial beeinflusst Chronifizierung von Schmerzen

Das bei einer Leistenhernienoperation verwendete Nahtmaterial hat offenbar einen Einfluss darauf, ob und wie lange der Patient nach dem Eingriff an Schmerzen leidet. Dies geht aus einer aktuellen, einfach verblindeten Studie israelischer Chirurgen an insgesamt 200 Patienten hervor, deren Leistenbrüche operativ versorgt wurden. Die Hernien der Patienten wurden spannungsfrei mit einem Netz verschlossen, das mit sechs spannungsfreien Einzelnähten fixiert wurde. Bei 100 Patienten wurden dafür resorbierbare geflochtene Fäden (Vycril, Fa. Ethicon) und bei den anderen 100 Patienten nicht resorbierbare monofile Fäden (Prolene, ebenfalls Fa. Ethicon) verwendet.

Postoperativ wurden die Patienten im Verlauf eines Jahres regelmäßig danach befragt, ob sie Schmerzen hatten. Die Schmerzen wurden als chronifiziert eingestuft, wenn sie länger als drei Monate nach dem Eingriff andauerten. Dies war bei 40,7 Prozent der mit nicht resorbierbarem Nahtmaterial Operierten der Fall, jedoch nur bei 27,4 Prozent der mit resorbierbarem Nahtmaterial Operierten (37 vs. 26 Patienten, p=0,056). In der Gruppe mit nicht resorbierbarem Nahtmaterial waren die Patienten zudem signifikant später schmerzfrei als in der Gruppe mit resorbierbarem Nahtmaterial (115,3 Tage vs. 77,4 Tage, p=0,038). Die Verwendung des nicht resorbierbaren Fadenmaterials erhöhte das Risiko chronischer Schmerzen um 94,9 Prozent (p=0,038).

Der Vergleich der Rezidivrate beider Nahtmaterialien zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied, wenngleich bei Hernien, deren Netze mit resorbierbaren Fäden fixiert wurden, etwas mehr Rezidive als bei Fixierung mit nicht resorbierbaren Fäden auftraten.(6 Fälle vs. 2 Fälle). Die Autoren vermuten daher, dass die Angst vor Rezidiven dafür sorgen könnte, dass Chirurgen seltener auf resorbierbare Fäden zurückgreifen.

Quelle:

I. Jeroukhimov et al: Reduced Postoperative Chronic Pain after Tension-Free Inguinal Hernia Repair Using Absorbable Sutures: A Single-Blind Randomized Clinical Trial (J Am Coll Surg (2013); doi: 10.1016/j.jamcollsurg.2013.09.010

Das Online-Portal von Springer Medizin hat eine deutsche Zusammenfassung der Studie veröffentlicht.

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