Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Expertenrunde will neues Konzept zur Versorgung chronischer Wunden entwickeln

Eine interdisziplinär und interprofessionell besetzte Arbeitsgruppe will bis Ende 2018 ein Konzept erarbeiten, wie sich die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden in Deutschland nachhaltig verbessern lässt. Darauf haben sich die Teilnehmer am 3. Wunddialog des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) am 6. Dezember 2017 in Berlin geeinigt. Die Experten aus verschiedenen Versorgungsbereichen sollen vor allem Empfehlungen für den Aufbau von Strukturen erarbeiten, die eine effektivere Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen und Berufe ermöglichen.

Nach Angaben des BVMed hatten bereits die Ergebnisse des BVMed-Wunddialogs in den Jahren 2015 und 2016 gezeigt, dass für eine optimierte Wundversorgung vor allem die Förderung von Strukturmaßnahmen notwendig ist. So erklärte Dr. Wolfgang Paul Tigges, Gefäßchirurg und Chefarzt des Agaplesion Diakonieklinikums Hamburg, eine bessere Vernetzung von Fachärzten, Hausärzten und Pflegediensten und mehr Durchlässigkeit seien notwendig. Viele Komplikationen bis hin zu Amputationen seien vermeidbar, wenn bestehende Defizite bei Diagnose und Therapie abgebaut würden. Auch Hausärzte, Dermatologen oder Chirurgen bräuchten mehr Wissen, beispielsweise zu Kompressionstherapien. Tigges forderte eine Zusatzweiterbildung zum ‚Wundarzt’, definierte Qualitätskriterien für die spezialisierte Wundbehandlung und eine stärkere Beteiligung von Wundexperten in Gremien wie dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Anke Richter vom Hausärzteverband Westfalen-Lippe machte auf die Situation speziell in ländlichen Regionen aufmerksam. In ihrer Hausarztpraxis in Bad Oeynhausen sehe sie sich regelmäßig mit Anforderungen für Verbandmittel konfrontiert, deren – medizinische und wirtschaftliche – Angemessenheit sie eigentlich nur im Rahmen eines Hausbesuchs überprüfen könne. Für die effektive Versorgung chronisch Kranker hielt sie multidisziplinäre Teams aus Hausärzten, Medizinischen Fachangestellten, Pflegekräften und Physiotherapeuten für den richtigen Weg – unterstützt durch eine moderne IT-Infrastruktur.

Einig waren sich die Experten darin, dass es bereits gute Beispiele für eine vernetzte und gute Versorgung von Wundpatienten gibt, wie das Kölner Fußnetz für die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Nun gehe es darum, solche Ideen aufzugreifen und in die Fläche zu tragen. In einer interdisziplinär und interprofessionell besetzten Arbeitsgruppe – mit Vertretern unter anderem der Ärzteschaft, der Pflege, der Kostenträger und der Hersteller – soll ein konkretes Konzept zur optimierten Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden entstehen. Ergebnisse sollen noch 2018 vorliegen.

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