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Forum Ambulantes Operieren 2017: Wie würde Apple eine OP-Praxis gestalten?

Längst scharren die großen Player aus dem Silicon Valley mit den Hufen, um im Gesundheitswesen Fuß noch stärker zu fassen und die Medizin 4.0 voranzubringen: „Wie würde Apple eine OP-Praxis organisieren?“, fragte der Experte für disruptive Innovationen in der digitalen Wirtschaft Prof. Stefan Stoll vom Freiburger Instituts für Management im Informationszeitalter. Beim 3. Forum Ambulantes Operieren der Firma B. Braun am 1. Dezember 2017 in Berlin entwarf die Vision eines smart vernetzten OP-Saals, in dem alle Beteiligten drahtlos auf die digitale Patientenakte sowie die Echtzeitdaten der Wearables des Patienten auf dem OP-Tisch zugreifen können – und in dem auch die Instrumente vernetzt agieren.

Im OP-Saal der fiktiven Apple-Praxis – so glaubt Prof. Stoll – assistiert künftig neben menschlichem Assistenzpersonal auch ein DocPod – eine kleine Box, die ähnlich wie Alexa oder AmazonEcho dem Treiben im Raum lauscht, im Hintergrund auf Datenbanken und Leitlinien zugreift und den Akteuren am OP-Tisch in Echtzeit Ratschläge zum weiteren Vorgehen erteilt.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens bedeute weniger die Integration von Innovationen als vielmehr die Umwälzung ganzer Geschäftsfelder, wie Prof. Stoll am Beispiel des Elektroauto-Herstellers Tesla schilderte, der Autos um die Software herumbaut, die mit einem nächtlichen Update am nächsten Tag über völlig neue Funktionen verfügen. Auf ähnliche Weise werde sich auch die Medizinbranche weg von produktbezogenen hin zu Update-bezogenen Geschäftsmodellen entwickeln: Eine chirurgische Praxis erwerbe dann keine Instrumente mehr, sondern produziere sie mit einem 3D-Drucker selbst. Die Medizintechnikbranche liefere anstatt Hardwäre dann die dafür erforderliche Software – samt kontinuierlicher Updates.

Das Unbehagen, mit dem viele Ärztinnen und Ärzte auf den zunehmenden Einfluss von Digitalisierung und Big Data blicken, kann Prof. Stoll zwar nachvollziehen. Allerdings mochte er die knapp 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses auch nicht schonen: „Der Prozess lässt sich nicht aufhalten, Sie werden Google & Co. nicht mehr aus der Welt schaffen.“

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