Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

IGeL-Monitor hält Nutzen der Laser-Behandlung bei Krampfadern für „unklar“

Varizen sind ein verbreitetes Venenleiden und können zu gesundheitlichen Problemen führen, etwa zu schmerzenden und schweren Beinen, aber auch zu Entzündungen und schlecht heilenden Geschwüren führen. Wenn konservative Verfahren wie Kompressionstherapie, Venengymnastik und Lymphdrainage nicht den gewünschten Erfolg haben, können Krampfadern auch operiert werden. Unter örtlicher Betäubung werden dabei die Verbindungen zum übrigen Blutkreislauf verschlossen und die betroffenen Venen herausgezogen. Als Alternative zur Operation stehen auch endovaskuläre Verfahren wie die Laser-Behandlung zur Verfügung, die allerdings nicht Bestandteil des GKV-Leistungskatalogs ist und als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) von Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden muss.

Die endoluminale Lasertherapie (ELT) bzw. endovenöse Laserablation (EVLA) stand nun im Fokus des IGeL-Monitors, der regelmäßig IGeL unter die Lupe nimmt und bewertet. Hierfür analysierten die Experten die wissenschaftlichen Studien, die Nutzen und Schaden der Laser-Behandlung mit denen der Operation verglichen haben. Wie der IGeL-Monitor mitteilte, wurden sieben Übersichtsarbeiten und vier neuere Studien gefunden, die insgesamt neun Nutzen- und acht Schadensaspekte untersuchten. Beim Nutzen ging es zum Beispiel darum, welche Behandlung zu weniger neuen Krampfadern führt und welche Behandlung die Patienten schneller wieder fit für die Arbeit macht. Dabei zeigte sich nach Angaben des IGeL-Monitors, dass die Laser-Behandlung insgesamt nicht besser, aber auch nicht schlechter als die Operation abschneidet. Als mögliche Schäden wurden unter anderem Schmerzen und Wundinfektionen untersucht. Auch hier habe sich gezeigt, dass unter dem Strich beide Verfahren gleich viele Nebenwirkungen haben. 

Bei gleichem Nutzen und gleichem Schaden lautete die Bewertung des IGeL-Monitors daher „unklar“ und fällt damit schlechter aus als die Bewertung aus dem Jahr 2012, als die Laser-Therapie vom IGeL-Monitor mit „tendenziell positiv“ bewertet wurde. Damals hätten jedoch nur Daten aus Studien vorgelegen, welche die Patienten maximal zwei Jahre lang beobachtetet hatten. In den nun berücksichtigten Studien habe die Nachbeobachtungszeit bis zu fünf Jahre betragen. In den Studien habe man allerdings keine der heute üblichen Laser-Geräte der zweiten und dritten Generation verwendet, was die Aussagekraft der Bewertung schwäche. Der IGeL-Monitor betont, es könnte also sein, dass die neuen Geräte im Vergleich besser abschneiden würden. Ohne entsprechende Studien sei dies jedoch Spekulation.     

BNC-Vize Dr. Philipp Zollmann, der sich in seiner Praxisklinik in Jena unter anderem auf die Behandlung von Varizen spezialisiert hat, erklärte hierzu, die Studienlage sei tatsächlich unklar, da es kaum vergleichbare prospektive Studien gebe. „Wenn die Langezeitergebnisse tatsächlich ähnlich wären, ist das gut. Unmittelbar perioperativ spricht jedenfalls alles für die endovaskulären Verfahren: keine Narkose, keine Schnitte, dadurch per definitionem keine Wundinfektion oder -nachblutung, sowie kürzere Arbeitsunfähigkeit.“ Doch die perioperativen Vorteile wolle der IGeL-Monitor als Informationsdienst der Kassen natürlich nicht berichten, weil diese keine Kosten übernehmen wollen, kritisierte Dr. Zollmann.

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