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IQWiG publiziert Vorbericht zu passiven Bewegungsschienen für Knie- oder Schultergelenk

Ob Patientinnen und Patienten, die an Knie- oder Schultergelenk operiert wurden oder konservativ behandelt werden müssen, vom Training mit motorbetriebenen, also passiven Bewegungsschienen (Continuous passive Motion = CPM) profitieren können, wird derzeit vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht. Wie das IQWiG mitteilte, liegen nun die vorläufigen Ergebnisse vor. Demnach zeigen diese Schienen bei drei von insgesamt sieben Vergleichen, die in Studien untersucht wurden, einen Vorteil. Allerdings gelte dies jeweils nur für einzelne Endpunkte, nämlich beim Schmerz oder beim Bewegungsumfang.

Insgesamt konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IQWiG 33 randomisierte kontrollierte Studien (RCT) zu insgesamt sieben Fragestellungen einbeziehen, wobei die CPM entweder zusätzlich zur Physiotherapie oder als Ersatz für diese untersucht wurde. Sechs der Studien bezogen sich den Angaben zufolge auf Indikationen an der Schulter, die übrigen 27 auf das Knie. Am besten bewertete das IQWiG die Datenlage für die CPM als Zusatz zur Physiotherapie nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks. Aus diesen 21 Studien habe man Daten von insgesamt 1.649 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auswerten können, bei den übrigen sechs Fragestellungen seien es dagegen jeweils weniger als 150 gewesen.

Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität seien in den Studien nur punktuell erhoben worden und lieferten auch zu unerwünschten Ereignissen kaum verwertbare Informationen. Ausreichende Informationen vermissten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch in Hinblick auf die verabreichten Schmerzmittel. Diese könnten die Ergebnisse – nicht nur beim Endpunkt Schmerz – verfälschen, weil etwa Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen womöglich nicht allein auf die CPM, sondern auf die begleitende Analgetika-Therapie zurückzuführen seien.

Für die konservative Behandlung der Schultersteife bezog sich das IQWiG auf drei Studien mit insgesamt 128 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die CPM gegen Physiotherapie testeten. In Hinblick auf Schmerz zeigten die Ergebnisse einen Hinweis auf einen höheren Nutzen der CPM. Dies sei allerdings der einzige Nutzen-Aspekt, bei denen CPM Patientinnen und Patienten laut Studien einen Vorteil bietet. Weniger Schmerzen hätten demnach auch Patientinnen und Patienten mit einer Rotatorenmanschettenruptur.

Was den Endpunkt Bewegungsumfang betrifft, hat die CPM bessere Ergebnisse vorzuweisen, wenn sie ergänzend zu Physiotherapie unmittelbar nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks in der Klinik angewendet wird. Einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen zeigen die Daten allerdings nur, wenn das Knie mindestens sechs Stunden täglich trainiert wird. Bei weniger als sechs Stunden können Patientinnen und Patienten dagegen ihr Knie nicht besser beugen. Vorteile oder Nachteile habe die CPM bei dieser Indikation für keinen der übrigen Endpunkte gezeigt, seien es Schmerz, Kniefunktion, Notwendigkeit erneuter Eingriffe oder Lebensqualität.

Das IQWiG forderte im Zusammenhang mit seinem Vorbericht weitere randomisierte kontrollierte Studien zu den genannten Themen. Eine bereits abgeschlossene Bewertung befasste sich mit aktiven Bewegungsschienen (CAM) Ruptur des vorderen Kreuzbands am Knie.

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