Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Gegen das Vergessen: Gedenkstein erinnert an Schicksale jüdischer Chirurgen

Zur Erinnerung an das Schicksal jüdischer Ärzte während des Nationalsozialismus haben Deutschlands Chirurgen einen Gedenkstein am Haus der Chirurgie in Berlin aufgestellt. Wie die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) mitteilte, gedachten sie in einer Gedenkstunde am 7. Februar 2018 in Berlin ihrer über 315 jüdischen Mitglieder, die während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 gedemütigt und entrechtet wurden, indem man ihnen die Promotion, Approbation bzw. die Kassenzulassung entzog oder ihnen ein Lehrverbot erteilte. Viele von ihnen flohen ins Ausland, einige wurden deportiert oder ermordet. 

Die Initiative für die Errichtung des Gedenksteins ging dabei auf die DGU zurück und wurde von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH) und allen mit ihr verbundenen zehn chirurgischen Fachgesellschaften umgesetzt. DGCH-Präsident Professor Dr. Jörg Fuchs erklärte dazu: „Die Schicksale unserer jüdischen Kollegen sind für immer ein Teil von uns. Wir gedenken ihrer und ehren sie in tiefer Verbundenheit.“ DGU-Präsident Professor Dr. Joachim Windolf ergänzte: „Wir wollen damit ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen und Verschweigen in der Öffentlichkeit setzen.“

Professor Dr. Hans Zwipp, Sprecher der DGU-Senatoren erklärt: „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass sich Deutschlands Chirurgen nach so vielen Jahren des Unrechts und der Verbrechen zu ihren früheren jüdischen Mitgliedern öffentlich bekennen.“ Neben der zwei Meter großen und 600 Kilogramm schweren Stele liegt eine in einen Sandsteinblock eingelassene Edelstahlplatte. Der Text darauf schließt ab mit den Zeilen: „Wir gedenken ihrer mit Hochachtung, Dank und Demut sowie im Bewusstsein und in der Verantwortung, dass diese Menschenverachtung, dieses Unrecht und solche Verbrechen nie wieder geschehen.“ 

Der Ehrung der 315 jüdischen Mitglieder der chirurgischen Fachgesellschaften gingen umfangreiche Recherchen voraus. So hatte die DGCH im ersten Buch mit dem Titel „Die Präsidenten“ von 2011 zur Aufarbeitung von Unrecht und Verbrechen der Jahre 1933 bis 1945 bereits an 217 frühere jüdische Mitglieder erinnert. Durch eine intensivste Nachlese sind es im bald erscheinenden zweiten Buch mit dem Titel „Die Verfolgten“ mehr als 315 Menschen. Auch der DGU gelang es nach über zehnjähriger Recherche die Daten von 36 ihrer jüdischen Mitglieder zu sichern. Im November 2017 gedachte sie dieser jüdischen Kollegen und verlegte dazu an ihrem Gründungsort in Leipzig 36 Stolpersteine und zwei Stolperschwellen und nimmt damit am größten dezentralen Mahnmal der Welt teil.

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