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Umfrage: Bevölkerung will digitale Gesundheitsakte und Therapie-Apps

Eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland wünscht sich eine Online-Patientenakte. Dies geht aus dem 7. EPatient-Survey von Dr. Alexander Schachinger (EPatient RSD GmbH) hervor, in dem sich 9.700 Befragte zu ihrer Haltung gegenüber E-Health und digitalen Gesundheitsanwendungen äußerten. Demnach antworteten auf die Frage, ob sie digital jederzeit auf ihre Krankheitsdaten zugreifen wollen, 73 Prozent mit Ja. Ebenfalls wollen die Befragten ihren Arzt als Lotsen für digitale Versorgungslösungen und ihre eigenen Daten mit ihm teilen. „Ärzte, Kliniken und Krankenkassen sollten diesen Vertrauensvorsprung, den sie noch vor Apple und Google haben auch nutzen“, heißt es in einer Mitteilung des der EPatient RSD GmbH. So wollten vier von fünf Befragten Online-Empfehlungen vom Arzt oder ihre Patientendaten digital mit ihm teilen, darauf folgten Kliniken und Krankenkassen. Demgegenüber vertrauten nur fünf Prozent Datenkonzernen wie Apple oder Google als Speicherort für Patientendaten.

Allerdings steht die Zukunft der Telematik-Infrastruktur (TI) sowie der damit verbundenen Projekten Elektronische Patientenakte (EPA) und elektronischer Arztausweis steht abermals in den Sternen. Beim 121. Deutschen Ärztetag Anfang Mai 2018 in Erfurt forderten die Delegierten die Politik auf, die verpflichtende Anbindung der Arztpraxen und medizinischen Versorgungszentren (MVZ) an die TI zum Ende des Jahres 2018 auszusetzen. Ebenso forderten sie, die Strafandrohung von Honorarabzügen zurückzuziehen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Frank-Ulrich Montgomery, brachte in den vergangenen Tagen sogar einen gänzlichen Neustart des Projekts ins Spiel.

Dem Ärztetag vorausgegangen waren Medienberichte über Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel, wonach das gesamte TI-Projekt möglicherweise vor dem Aus steht. Spahn hatte insbesondere die Chipkarte als nicht mehr zeitgemäß kritisiert und eine Smartphone-Lösung ins Spiel gebracht. Die Kanzlerin hatte sich offen für das Aus der elektronischen Gesundheitskarte gezeigt und ihrem Minister – ungeachtet der bereits investierten Summen – „freie Hand“ für andere Lösungen zugesichert. Wenige Tage später ruderte Spahn allerdings wieder zurück: Entgegen der jüngsten „Spekulationen“ halte das Bundesgesundheitsministerium am Aufbau der TI fest, hieß es aus Berlin. Das umfasse eine flächendeckende Installation der Konnektoren in Arztpraxen, Kliniken und Apotheken einschließlich der eGK-Terminals. Alle laufenden Verfahren zur Unterstützung des Aufbaus der TI seien fortzuführen – allerdings solle der Zugang der Versicherten zur TI den technischen Möglichkeiten von 2018 angepasst werden. Spahn will sich „spätestens nach der Sommerpause“ zu neuen Plänen für die Weiterentwicklung des Projekts äußern. Möglicherweise läuft es für die Ärzteschaft also nur auf eine kleine Verschnaufpause hinaus.

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