Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

ESWT kann künftig auch ambulant zur Fersenschmerz-Behandlung eingesetzt werden

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist nach Abschluss seiner Methodenbewertung auf Basis aktueller Studien zu einer neuen Einschätzung der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) beim Fersenschmerz bei plantarer Fasciitis gekommen. Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung, erklärte hierzu: „Der G-BA konnte den ursprünglich ausgeschlossenen Einsatz der ESWT bei der Indikation des Fersenschmerzes bei plantarer Fasciitis auf aktueller wissenschaftlicher Grundlage neu bewerten. Erfreulich ist, dass betroffenen Patientinnen und Patienten nunmehr eine zusätzliche Möglichkeit zur Behandlung des Fersenschmerzes zur Verfügung steht.“

Eine erste Nutzenbewertung der ESWT bei orthopädischen, chirurgischen und schmerztherapeutischen Indikationen durch den Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen – einem Vorgängergremium des G-BA – war noch zu dem Ergebnis gekommen, dass die Wirksamkeit und medizinische Notwendigkeit nicht hinreichend belegt seien. Die ESWT war mit Beschluss vom 24. April 1998 deshalb als nichtverordnungsfähige vertragsärztliche Behandlungsmethode eingestuft worden. Angesichts einer veränderten Studienlage hatte der GKV-Spitzenverband auf ein neues Bewertungsverfahren zur „ESWT beim Fersenschmerz“ gedrungen.

Nach dem jüngsten Beschluss darf die ESWT künftig zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung eingesetzt werden bei Patientinnen und Patienten, bei denen der Fersenschmerz die gewohnte körperliche Aktivität über mindestens sechs Monate eingeschränkt hat und während dieser Zeit unterschiedliche konservative Therapieansätze sowie Maßnahmen wie Dehnübungen und Schuheinlagen ohne relevante Beschwerdebesserung angewandt wurden. Der Einsatz der ESWT kann als zusätzliche Maßnahme dazu beitragen, einen operativen Eingriff zu vermeiden. Pro Krankheitsepisode könne die ESWT für jeden betroffenen Fuß in maximal drei aufeinanderfolgenden Sitzungen angewendet werden. Wissenschaftliche Anhaltspunkte für einen Nutzen von mehr als drei Sitzungen pro Behandlungszyklus hätten sich in der Auswertung der Studienlage nicht ergeben.

Um die Behandlungsqualität sicherzustellen, hat der G-BA festgelegt, dass die ESWT nur von Fachärztinnen und Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie von Fachärztinnen und Fachärzten für Physikalische und Rehabilitative Medizin erbracht werden darf. Allerdings kann die ESWT beim Fersenschmerz erst dann als ambulante Leistung erbracht werden, wenn der Bewertungsausschuss über die Höhe der Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab entschieden hat.

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