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Übelkeit und Erbrechen nach der Narkose: Es liegt auch an den Genen

Nach der Narkose oder Analgetikagabe rebelliert bei vielen Patienten der Magen: Übelkeit und Erbrechen (postoperative nausea and vomiting, PONV) gehören zu den häufigsten postoperativen Nebenwirkungen. Die Auslöser dafür liegen aber wohl weniger im Magen als im Gehirn. Dass für die Übelkeit eine Genvariante mitverantwortlich sein kann, hat nun ein Wissenschaftlerteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) herausgefunden. Dazu untersuchten sie am Universitätsklinikum Essen in einer randomisierten kontrollierten Studie 454 Patienten, die sich einem elektiven operativen Eingriff unterziehen mussten. Bei 37 Prozent der Probanden trat eine PONV auf. Dieses Auftreten von Übelkeit war häufig mit einer Genvariante im Acetylcholin-Rezeptor M3 assoziiert.

Wie verträglich eine Narkose ist, wird seit 25 Jahren weltweit mit dem sogenannten Apfel-Score abgeschätzt. Er berücksichtigt Faktoren wie die bisherige Narkoseverträglichkeit, das Geschlecht, den Raucher-Status und die Neigung zu Reiseübelkeit. „Um die Häufigkeit postoperativer Übelkeit zu reduzieren, werden oft vorbeugende Maßnahmen ergriffen“, erklärte die Erstautorin Dr. Stefanie Klenke von der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin. Dennoch könne es sein, dass es Patienten nach einer OP speiübel ist, obwohl sie mit dieser Methode nicht aufgefallen sind. Weil der jetzt gefundene Gen-Faktor unabhängig vom Apfel-Score ist, könnte er nach Einschätzung der Anästhesiologen per Gentest bestimmt werden. Prof. Dr. Jürgen Peters von der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin, der ebenfalls an der Studie beteiligt war, erklärte hierzu: „Liegt die Genvariante vor, sollten auch diese Patienten gegen postoperative Übelkeit behandelt werden. Allerdings werden solche genetischen Screenings derzeit noch nicht durchgeführt.“

Deshalb empfehlen die Forscher, lieber auf Nummer sicher zu gehen und auch die Patienten mit vorbeugenden Maßnahmen zu schützen, die nach dem Apfel-Score nur ein vermeintlich niedriges Risiko haben. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt im British Journal of Anaesthesia veröffentlicht

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