Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

„Weißbuch Patientensicherheit“: Konstruktive Fehlerkultur im Gesundheitswesen

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) und der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) haben gemeinsam mit dem Autor Prof. Matthias Schrappe von der Universität Köln das „Weißbuch Patientensicherheit“ in Berlin vorgestellt. Darin werden unter anderem ein erweitertes Verständnis von Patientensicherheit, eine Patientensicherheitskultur in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie eine aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten gefordert. APS und vdek formulierten zudem sieben konkrete Forderungen und riefen zu einer Patientensicherheitsoffensive auf.

Die sieben Forderungen lauten:

  1. Verantwortliche für Patientensicherheit in allen Organisation des Gesundheitswesens einsetzen,
  2. Hygiene in Krankenhäusern weiter verbessern,
  3. Verpflichtende Teilnahme an Fehlermeldesystemen,
  4. Deutsches Implantatregister für alle Beteiligten verbindlich machen,
  5. Patientensicherheit zum Thema in der Aus- und Weiterbildung machen,
  6. Patienten und Angehörige als aktive Partner mit einbeziehen,
  7. Regelmäßige Patienten- und Angehörigenbefragungen durchführen.

In Sachen Patientensicherheit sei in den vergangenen Jahren schon einiges erreicht worden, betonten die Beteiligten: OP-Checklisten, Aktion Saubere Hände, Fehlermeldesysteme oder ein verpflichtendes Qualitätsmanagement in deutschen Krankenhäusern seien gute Beispiele für dieses wachsende Bewusstsein und Engagement. Dennoch gebe es erheblichen weiteren Verbesserungsbedarf in allen Bereichen des Gesundheitswesens. In Krankenhäusern verliefen beispielsweise 90 bis 95 Prozent aller Krankenhausbehandlungen ohne Zwischenfälle. Bei fünf bis zehn Prozent (ein bis zwei Millionen Patienten) pro Jahr träten dagegen unerwünschte Ereignisse auf, von Drückgeschwüren über Fehldiagnosen bis hin zu schweren Infektionen. Vermeidbar wären bis zu 800.000 dieser „unerwünschten Ereignisse“.

Patientensicherheit werde heute fast ausschließlich aus der Perspektive der Einrichtungen und für operative Akuterkrankungen, wie zum Beispiel der Komplikationen einer „Hüft-OP“, diskutiert. „Patientensicherheit ist jedoch mehr als die Vermeidung bestimmter Komplikationen“, betonte Prof. Schrappe. „Sie muss auch als Eigenschaft von Teams, Organisationen und sogar des gesamten Gesundheitswesens verstanden werden. Ihre Innovationskraft ist in den Dienst der Verwirklichung dieses Ziels zu stellen.“ Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des APS, ergänzte: „Es muss allen klar werden, dass Patientensicherheit Führungsverantwortung ist. Die gute Nachricht ist: Patientensicherheit ist kein Kosten-, sondern ein Erfolgsfaktor!“

Die komplette Version des APS-Weißbuchs Patientensicherheit sowie eine englische und deutsche Kurzfassung sind ab sofort kostenfrei verfügbar unter: http://www.aps-ev.de/aps-weissbuch/.

 

 

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