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DKOU: Herausforderungen bei der Erstbehandlung auf dem Spielfeld

Der Schiedsrichter will das Spielfeld wieder nutzen, die Zuschauer im Stadion sind unruhig, die Fernsehkommentatoren spekulieren und der Trainer möchte wissen, ob der Spieler ausgewechselt werden muss – verletzt sich ein Fußballer bei einem wichtigen Match, steht der Mannschaftsarzt unter immensem Druck. Beim Deutschen Kongress Orthopädie Unfallchirurgie (DKOU) am 26. Oktober 2018 in Berlin berichtete der Mannschaftsarzt des Vfl Stuttgart, der Orthopäde und Unfallchirurg Priv.-Doz. Raymond Best, von seinen Erfahrungen: „Egal wie groß der Druck von all diesen Seiten ist, müssen wir ohne Rücksicht auf den Spielverlauf oder die Wünsche des Trainers in erster Linie ärztlich handeln!“

Wer eine solche Tätigkeit anstrebe, müsse sich darüber bewusst sein, dass jede Erstbehandlung vor laufenden Kameras stattfinde: „Die Fernsehkameras halten zum Teil minutenlang drauf – das muss man aushalten können“, sagte Dr. Best. Ebenso wichtig sei es, schnell zu entscheiden, ob der verletzte Spieler während der Spielunterbrechung unmittelbar auf dem Spielfeld behandelt werden kann, ob er herausgenommen und am Spielfeldrand untersucht oder ob er in die nächstgelegene Einrichtung transportiert werden muss. Wenn Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestehe, habe der Mannschaftsarzt seit ein paar Jahren etwas mehr Zeit für die Untersuchung auf dem Spielfeld: „Die Uefa hat 2014 beschlossen, dass bei Kopfverletzungen das Spiel für bis zu drei Minuten unterbrochen werden kann“, sagte Dr. Best.

Mannschaftsärzte dürften nicht vergessen, dass auch für Fußballprofis, die im Rampenlicht stehen, grundsätzlich die ärztliche Schweigepflicht gilt. „Und zwar auch dann, wenn Trainer, Medien und Zuschauer eine Verletzung mitangesehen haben und wissen möchten, was mit dem Spieler los ist.“ Dr. Best empfahl seinen Kolleginnen und Kollegen daher, darauf zu achten, dass sämtliche Spieler in ihren Verträgen einer Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht zumindest gegenüber Vereinsmitgliedern zugestimmt haben.

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