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DKOU: Was gehört in den Sportarztkoffer?

Wer als Mannschaftsarzt ein Sportteam betreut, sollte sich nicht allein auf den Verbandskoffer verlassen, der vom Veranstalter vorgehalten wird. „Wir wollen schließlich auf alle Eventualitäten perfekt vorbereitet sein“, sagte Dr. Casper Grim beim DKOU am 26. Oktober 2018 in Berlin. Der Orthopäde aus Osnabrück begleitete 2016 als leitender Orthopäde und stellvertretender leitender Olympiaarzt die deutschen Athleten zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Dort war er für zwei Verbände zuständig: Ringen und Triathlon. Er stellte klar: „Den einen Sportarztkoffer gibt es nicht!“

Er selbst packe seinen Sportarztkoffer je nach Sportart und Art der Veranstaltung regelmäßig um. „Beim Triathlon holen sich die Athleten in der Regel kein Veilchen, beim Ringen dagegen schon – darauf muss ich den Inhalt meines Koffers abstimmen“, erklärte Dr. Grim, der in seiner Freizeit selbst als Triathlet aktiv ist und seine eigene Begeisterung für den Sport als klaren Vorteil sieht: „Nur wenn ich den betreffenden Sport gut kenne und mit seinen typischen Verletzungen vertraut bin, kann ich vernünftig planen.“

Ebenso wichtig sei es, sich vorab auch über das Setting der jeweiligen Veranstaltung Gedanken zu machen: „Bin ich in einem Stadion mit medizinischer Ausrüstung und einem Klinikum in greifbarer Nähe – oder breche ich zu einem Wildwassercamp in den Bergen auf? Wie ist die Rettungskette vor Ort? Gibt es einen Defibrillator?“ Auch die Medikamente müssten entsprechend dem jeweiligen Anforderungsprofil gepackt werden: „Beim Fußball brauche ich eher selten ein Durchfallpräparat, aber bei einem Ausdauer-Event in wärmeren Regionen kann es durchaus mal zu Durchfällen oder Kreislaufproblemen kommen.“ Dr. Grim setzt deshalb auf Packlisten, die je nach Sportart, Art und Dauer des Einsatzes sowie Einsatzort variiert werden. Sinnvoll sei es auch, das eigene Eqipment mit dem weiterer Betreuer zu koordinieren. Ebenso sei es unerlässlich, sich mit den aktuellen Anti-Doping-Bestimmungen vertraut zu machen und Medikamente regelmäßig auf ihre Haltbarkeit zu prüfen.

Ein praktischer Tipp kam bei der Diskussion des Vortrags noch aus dem Plenum: „Wenn Sie den Sportarztkoffer auf Flugreisen ins Ausland mitnehmen, dann machen Sie ihn bloß nicht als Arztkoffer kenntlich, sondern verpacken alles als neutrales Gepäck! Ansonsten verbringt man nur unnötig viel Zeit beim Zoll…“

 

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