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Studie aus Mainz verweist auf hohe Qualität von Telemedizin in der Kinderchirurgie

Forschungen der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz zeigen das Potential von Telemedizin als Alternative zum direkten, unmittelbaren Patientenkontakt. Wie die Uniklinik Mainz mitteilte https://idw-online.de/en/pdfnews707240, zeigen die Ergebnisse der ersten in Deutschland diesbezüglich publizierten Studie, dass eine telemedizinische Beratung und Betreuung zu kinderchirurgischen Problemen mit sehr guten Ergebnissen bewerkstelligt werden kann – und zwar für das gesamte kinderchirurgische Behandlungsspektrum. Die Studienergebnisse wurden jüngst im Journal of Pediatric Surgery veröffentlicht. 

Für ihre randomisierte Studie arbeiteten die Wissenschaftler mit zwei gleichgroßen Gruppen von Patienten, die vorher in der Kinderchirurgie zur Behandlung waren. Eine Gruppe wurde telemedizinisch betreut: Um Zwischenberichte und physikalische Befunde für die Nachsorge zu erhalten, kam die Videotelefonie mit digitaler Verbindung zwischen dem Zuhause des Patienten und dem behandelnden Arzt in der Klinik zum Einsatz. Die Vergleichsgruppe war für die Nachsorge vor Ort in der Ambulanz der Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz physisch anwesend. Dabei habe sich gezeigt, dass eine via Online-Video-Kommunikation durchgeführte Nachsorge kinderchirurgisch behandelter Kinder medizinisch sicher ist. Wie die Uniklinik Mainz weiter ausführte, war die Qualität der Datenübertragung so gut, dass eine klinische Interpretierbarkeit sehr gut möglich war und sich alle wichtigen klinischen Befunde für eine umfassende Nachsorge diagnostizieren ließen. Diese Art von neuer medizinischer Versorgungsform sei den etablierten Versorgungsformen des deutschen Gesundheitssystems vielfach als nicht unterlegen. Als Grund dafür nannte man unter anderem, dass auch in der Videokommunikation ein direkter Augenkontakt zwischen Arzt und Patient möglich ist.

Die technischen Voraussetzungen wie ein Smartphone oder ein mit einer Kamera ausgestatteter Computer seien in den meisten Haushalten gegeben, ebenso eine ausreichende Internetverbindung. Telemedizin sei unter diesen Voraussetzungen zeit- und ressourcensparend sowie ortsunabhängig; auch große Distanzen ließen sich ohne Anreise und Wartezeit schnell und einfach überwinden. Bei wesentlich geringerem Zeitaufwand für die Nachsorge minimierten sich bei den Patienten und ihren Eltern organisatorischer und finanzieller Aufwand (Reisekosten, Freistellung von der Arbeit/Schule oder auch Verdienstausfall). Wie die Studie zeigte, bewertete die telemedizinisch betreute Gruppe die Qualität der Nachsorge deutlich höher als die in der Klinik präsente und dort versorgte Vergleichsgruppe.

Quelle:
Goedeke J., Ertl A., Zöller D., Rohleder S., Muensterer OJ..: Telemedicine for pediatric surgical outpatient follow-up: A prospective, randomized single-center trial. J Pediatr Surg. 2018 Oct 4. pii: S0022-3468(18)30632-8. doi: 10.1016/j.jpedsurg.2018.10.014.

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