Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Übersichtsarbeit im Ärzteblatt zeigt Bedarf für eine perioperative Altersmedizin

Im Deutschen Ärzteblatt ist in Ausgabe 5.2019 eine Übersichtsarbeit zum Management perioperativer Risiken bei älteren Menschen erschienen. Demnach werden perioperative Behandlungspfade, welche die besonderen Risiken und Anforderungen dieser Patientenklientel berücksichtigen, im klinischen Alltag oftmals noch nicht umgesetzt. Um den Status Quo auf diesem Gebiet zu erheben, führten die Autoren der Übersichtsarbeit eine selektive Literaturrecherche in PubMed, der AWMF-Leitliniendatenbank und der Cochrane Database nach nationalen und internationalen Leitlinien, Metaanalysen sowie Cochrane-Reviews durch.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Versorgung älterer Patienten, die sich einer Operation unterziehen müssen, eines interdisziplinären und -professionellen Behandlungskonzeptes bedarf. Dieses Konzept sollte die präoperative Vorbereitung (Prähabilitation) umfassen, die im besten Fall bereits präklinisch begonnen wird (zum Beispiel Ausgleich von Mangelzuständen, Optimierung der Dauermedikation, Atemtraining). Als weiteren wichtigen Bestandteil nannten die Autoren prä-, intra- und postoperative Maßnahmen der Delirprävention, die das Risiko dieser Komplikation um 30–50 Prozent senken können. Diese Maßnahmen umfassen neben Orientierungshilfen, der Vermeidung von im Alter nichtadäquater Medikation, guter Analgesie und früher Mobilisation auch kurze Nüchternheitszeiten und ein perioperatives Ernährungskonzept. Vorbestehende kognitive Einschränkungen prädisponieren demzufolge für ein postoperatives Delir; eine Altersgebrechlichkeit (Frailty) hingegen sei der wichtigste Prädiktor für den postoperativen Verlauf. Die präoperative Erfassung des funktionellen Status und der kognitiven Leistungsfähigkeit sei daher essenziell.

Zusammengefasst folgern die Autoren, dass die evidenzbasierte, leitliniengerechte perioperative Versorgung des älteren Patienten nicht nur eine enge interdisziplinäre, interprofessionelle und sektorenübergreifende Zusammenarbeit erfordert, sondern auch die Umstrukturierung und Optimierung von gewohnten Abläufen im Krankenhaus. Nur Konzepte, welche die gesamte perioperative Phase als einen zusammenhängenden Ablauf begreifen, würden den besonderen Anforderungen des älteren Patienten gerecht.

Quelle:

Olotu, Cynthia; Weimann, Arved; Bahrs, Christian; Schwenk, Wolfgang; Scherer, Martin; Kiefmann, Rainer: Bedarf für eine perioperative Altersmedizin. Eine interdisziplinäre Aufgabe. In: Dtsch Arztebl Int 2019; 116(5): 63-9; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0063

Veranstaltungen


 
22.–23. 2. 2019, Nürnberg: Bundeskongress Chirurgie 2019
Unter Mitwirkung von: Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen Deutschland e.V., Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V., Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V., Arbeitsgemeinschaften Niedergelassener Chirurgen, Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V., Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V., Bundesverband der Durchgangsärzte e.V., Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen, Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V., Deutsche Herniengesellschaft e.V., Deutsche Interessengemeinschaft für ambulante Handchirurgie e.V., Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie e.V., Verband operativ tätiger Privatkliniken e.V.
 
22.–23. 2. 2019, Nürnberg: Bundeskongress Chirurgie 2019
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8.–10. 3. 2019, Regensburg: 11. Regensburger Intensivkurs Dermatochirurgie
Themen u. a.: Spezielle Anatomie für die Dermatochirurgie, Lokalanästhesie, Nahtmaterialien, Nahttechniken, kleine Lappenplastiken, mikrographische Chirurgie, freie Transplantate, OP-Training am Schweinskopf
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