Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Tarifeinigung: 4,5 Prozent mehr Gehalt für MFA in zwei Stufen

Der Tariflohn für Medizinische Fachangestellte steigt ab 1. April 2019. Wie die beiden Verhandlungspartner – der Verband medizinischer Fachberufe e.V. und die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA) – in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt gaben, wurde vereinbart, dass sich die Gehälter in der Tätigkeitsgruppe I um insgesamt 4,5 Prozent erhöhen – zunächst zum 1. April 2019 um 2,5 Prozent und ab 1. April 2020 um weitere 2 Prozent. Zudem sollen die monatlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen um jeweils 60 Euro steigen und damit ab dem 1. April 2019 im ersten Ausbildungsjahr 865 Euro, im zweiten 910 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 960 Euro betragen. In der ersten Tätigkeitsgruppe beginnen die Tarifgehälter in den ersten drei Berufsjahren ab dem 1. April 2019 bei 1.931,56 Euro und ab dem 1. April 2020 bei 1.970,19 Euro. Bei entsprechenden Weiterbildungen kommen die im Tarifvertrag vereinbarten Zuschläge von 7,5 Prozent in Tätigkeitsgruppe II bis 50 Prozent in Tätigkeitsgruppe VI hinzu. Außerdem erhöhen sich die Gehälter mit den Berufsjahren. Der Gehaltstarifvertrag, der hier online abrufbar ist, gilt bis Ende 2020.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Erik Bodendieck, wertete den Tarifabschluss als eine angemessene Umsetzung der erwarteten Zuwächse beim ärztlichen Honorarvolumen für 2019. „Damit der Beruf Medizinische/r Fachangestellte/r in Zeiten des Fachkräftemangels insbesondere für Schulabgänger/-innen weiterhin attraktiv bleibt, werden neben den Gehältern für die MFA ebenfalls die Ausbildungsvergütungen entsprechend angehoben“, erklärte der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. Carmen Gandila, Vizepräsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V., erklärte dazu: „Wir haben einen guten Kompromiss gefunden, der auch die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen berücksichtigt. Es war uns wichtig, den Beruf nicht nur für die Auszubildenden finanziell interessant zu gestalten. Um aus den derzeit bestehenden Fachkräfteengpässen keinen Fachkräftemangel werden zu lassen, fordern wir die Arbeitgeber auf, diese Mindestarbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten auch umzusetzen.“

Dieser Forderung schloss sich auch der Verband der niedergelassenen Ärzte (NAV-Virchow-Bund) an. Er kritisierte allerdings, dass die Tarife für MFA im öffentlichen Dienst höher liegen als in den ambulanten Praxen: „Unsere MFA sind hoch qualifizierte Fachkräfte, deren Wissen und Engagement in der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung angemessen honoriert werden muss. Ansonsten wandern sie in andere Berufe ab. Schon heute haben viele Praxisinhaber Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen“, erklärte der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich. Doch während Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst vom Steuerzahler gegenfinanziert würden, müssten Praxisinhaber diese aus eigener Tasche bezahlen. Personalkosten machten rund 70 bis 80 Prozent der Praxiskosten aus. Die Honorarabschlüsse der letzten Jahre hätten jedoch die allgemeine Preisentwicklung nicht abgedeckt. Zuletzt sei der Orientierungswert nur um 1,58 Prozent gestiegen und habe damit nicht einmal die Inflationsrate abgedeckt.

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