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GOTS warnt vor schweren Verletzungen beim Trendsport Klettern und Bouldern

Bei der Trendsportart Bouldern handelt es sich um eine Subdisziplin des Klettersports, und zwar um Klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Der Sport erfordert nach Einschätzung der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) verschiedenste Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer, die von geschulten Trainern schon bei den Jüngsten spielerisch trainiert werden müssen. Denn inzwischen haben auch sportlich eher wenig aktive Personen die mittlerweile in jeder größeren Stadt verfügbaren Boulderhallen als Freizeitbeschäftigung für sich entdeckt. Doch damit steigt naturgemäß auch das Verletzungsrisiko. Prof. Volker Schöffl (Klinikum Bamberg, Uni-Klinik Erlangen) und Dr. Christoph Lutter (Uni-Klinik Rostock) haben sich einmal näher mit den typischen Verletzungen beim Bouldern beschäftigt und in ihren Untersuchungen eine Verschiebung bei typischen Verletzungsmustern und Überlastungsreaktionen aufgezeigt. Die Ergebnisse stellen sie auf dem Kongress der GOTS im Juni in Salzburg vor.

Die anderen Verletzungsmuster haben vor allem mit dem Bewegungsprofil beim Bouldern zu tun. Wie die GOTS betonte, wird der Sport – entgegen der ursprünglichen Form des Kletterns, bei der Athleten meist senkrechte Wände empor kletterten – heute meist an steilen, ungleichmäßigen und oft trickreichen Wänden ausgeübt. Dabei seien Einflüsse aus anderen Sportarten wie beispielsweise dem Turnen oder dem Parcoursport ersichtlich. Der komplexe Einsatz von Armen, Beinen, Händen und Füßen in oftmals sehr untypischen Bewegungsabläufen führe zu neuen Verletzungsmustern wie etwa „Heel-Hook Verletzungen“, Ringbandrissen, Schulterverletzungen, Frakturen im Bereich des Os Hamatum, Knochenödemen im Bereich des Handgelenkes oder auch höherwertigen Indoor-Sturztraumata (Wirbelsäulentraumata, Kniebandverletzungen oder Ellbogenluxationen). Männer und Frauen seien inzwischen gleichermaßen betroffen.

Die drei häufigsten Verletzungen sind nach Aussage der GOTS aber nach wie vor klassische Klettersport-Verletzungen: Ringbandverletzungen, Sehnenscheidenentzündungen der Fingerbeuger und Capsulitiden der PIP/DIP Gelenke der Finger. Dr. Lutter erklärte hierzu: „Gerade bei Anfängern im Kletter- und Bouldersport zeigt sich jedoch zusätzlich eine deutliche Häufung an kletter-unspezifischen, höherwertigen Verletzungen, insbesondere im Bereich der unteren Extremitäten sowie der Wirbelsäule.“ Bei dieser Athletengruppe sei es von entscheidender Bedeutung, ein obligatorisches und strukturiertes Anfängertraining bzw. eine Einweisung zu etablieren, um die Grundlagen des Sports zu vermitteln (kontrolliertes Fallen und Abrollen beim Bouldern, Vermeidung von „Fallen“ in den gestreckten Arm/Schultergürtel, etc.). Die aktuell gängige „come in and play“-Praxis mancher kommerziellen Hallen sei hier definitiv verbesserungsfähig. Außerdem müsse eine Anpassung von Wettkampf- und Trainingsstätten erfolgen.

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