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Medizinische Assistenzberufe: Spahn kündigt nächste Reformen an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Ausbildung medizinischer Assistenzberufe reformieren. Es liegen bereits Referentenentwürfe zur Reform der Ausbildung der Berufsbilder Anästhesietechnischer Assistent (ATA) und Operationstechnischer Assistent (OTA)  sowie Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA) vor. Die Neuregelungen sollen den Plänen zufolge ab 2021 gelten.

Ziel der Gesetzesinitiative ist es, die Ausbildung der ATA und der OTA bundesweit zu vereinheitlichen. Sie soll dann drei Jahre dauern und aus einem theoretischem Teil, praktischem Unterricht sowie praktischer Ausbildung bestehen. Aus dem Referentenentwurf geht außerdem hervor, dass die Azubis eine „angemessene Vergütung erhalten“ sollen. Auch PTA sollen künftig besser dazu ausgebildet werden, die Kundschaft in der Apotheke über Arzneimittel, Medizinprodukte und allgemeine Gesundheitsfragen zu beraten.

BNC-Justiziar Jörg Hohmann sieht das Vorhaben eher kritisch: „Neben der Frage der Entwertung ärztlicher Leistungen muss hier auch festgestellt werden, dass die Abgrenzung der Tätigkeiten hier alles andere als randscharf erfolgt. Nach § 8 Nr. 2 soll der Auszubildende eigenständig ärztlich veranlasste Maßnahmen im diagnostischen und therapeutischen Versorgungsbereich durchführen, auch soweit sie außerhalb des anästhesiologischen operativen Einsatzbereiches liegt beziehungsweise nach § 9 Nr. 2 eigenständig veranlasste Maßnahmen im anästhesiologischen und weiteren Versorgungsbereichen eigenständig durchführen. Aus der Herzchirurgie in Bad Oeynhausen ist bekannt, dass die Auszubildenden dort schon kleinere Herzoperationen durchführen, dieses geschieht dort aber im Rahmen von Modellvorhaben.“

Für Hohmann ist klar, dass es aktuell aufgrund gesetzlicher Defizite zu einer Verknappung ärztlicher Ressourcen kommt, die man jetzt ad hoc ohne entsprechende Qualifikation ausbessern will. „Wie dabei die Qualität gesichert sein soll, ist sehr fraglich“, warnte Hohmann. „Andererseits gibt es natürlich viele engagierte nicht ärztliche Spezialisten, die den Job auch guttun“, erklärte er mit Blick auf unterschiedliche Arten von qualifizierten Pflegekräften wie etwa Wundschwestern. „Hier geht es neben der Verteilung der Zuständigkeiten auch um die Haftungsverteilung und um unterschiedliche Dokumentationspflichten. Die Tendenz in der Rechtsprechung und der Gesetzgebung in diese Richtung ist klar, Ärzte wird dieses aber nicht ersetzen. Delegation ja, Substitution nein“, schloss der BNC-Justiziar.

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