Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

TSVG-Vergütung: Auch Chirurgen müssen künftig offene Sprechstunden anbieten

 

Am vergangenen Mittwoch haben sich bei den Verhandlungen zur Umsetzung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss auf konkrete Eckpunkte geeinigt.

  • Seit dem 11. Mai können Ärzte Untersuchungen und Behandlungen bei Patienten extrabudgetär abrechnen, für die durch die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen oder einen Hausarzt Termine vermittelt wurden. Der BA hat nun die umfassten Leistungen und Regeln zu deren Bereinigung aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung festgelegt.
  • Regelung der extrabudgetären Zuschläge für Termine, welche durch die Terminservicestellen vermittelt werden (gilt ab 1. September).
  • Zuschlag Terminvermittlung an Facharzt durch Hausarzt: Ab 1. September gibt es für den Hausarzt einen extrabudgetären Zuschlag von zehn Euro je Vermittlung. Voraussetzung: Der vermittelte Termin muss innerhalb von vier Kalendertagen nach Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit durch den Hausarzt liegen.
  • Offene Sprechstunde: Ab 1. September können maximal fünf offene Sprechstunden je Woche extrabudgetär abgerechnet werden. Im Bewertungsausschuss einigte man sich auf die jeweiligen Arztgruppen, die eine offene Sprechstunde anbieten können. Dies sind Augenärzte, Chirurgen, Gynäkologen, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinder- und Jugendpsychiater, Nervenärzte, Neurologen, Orthopäden, Psychiater und Urologen. Nun müssen KBV und GKV-Spitzenverband noch den Bundesmantelvertrag anpassen.
  • Versorgung von Neupatienten: Ab 1. September können Ärzte die Behandlung von Neupatienten extrabudgetär abrechnen. Patienten gelten als Neupatienten, wenn sie seit zwei Jahren nicht mehr in der Praxis behandelt oder untersucht worden sind.

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem Ergebnis. „Das TSVG ist leider ein sehr kleinteilig angelegtes Gesetz. Vor dem Hintergrund der nun gemeinsam beschlossenen tragfähigen Lösungen ist es aber möglich, dass sich die vom Gesetzgeber gewollte Mehrarbeit für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte auch auszahlen kann“, bewertete Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, das Verhandlungsergebnis. In einer Videobotschaft zu den vereinbarten Eckpunkten erklärte Gassen, die KVen könnten „froh sein, dass sich der Prüfumfang in einem erträglichen Rahmen hält“, wodurch eine „gewisse Praktikabilität der gesetzlichen Regelung“ gegeben sei. Das Thema „offene Sprechstunde“ werde in der Ärzteschaft zwar immer noch „unverändert stark kritisiert“, doch man habe hier eine „durchaus praxisnahe Lösung gefunden“. Zu den Fachrichtungen, die offene Sprechstunden anbieten müssen, erklärte Gassen, hier habe man sich wenig überraschend auf die grundversorgenden Fachgebiete geeinigt. „Die Hochspezialisten sind von der offenen Sprechstunde nicht betroffen.“ Die nächsten Schritte für die Umsetzung des TSVG seien damit klar geregelt. Das Gesetz war am 11. Mai 2019 in Kraft getreten. Einige Neuerungen gelten seitdem bereits, bei anderen ist dies ab September oder später der Fall. 

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