Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Sportverletzungen: Welche Therapie nach Schultereckgelenkssprengung?

Nach einem Sturz beispielsweise beim Mountain-Biken oder nach einem Zusammenstoß beim Handball kann es zu einer Sprengung des Schultereckgelenkes zwischen Schlüsselbein und Schulterdach kommen, die zügig behandelt werden muss. Ob die Verletzung operiert oder konservativ behandelt werden sollte, hängt entscheidend vom Schweregrad ab und bedarf im Rahmen der Diagnostik einer klinischen Untersuchung und Bildgebung. Wie die Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA) mit Blick auf eine aktuelle Publikation von Spezialisten aus ihrem Schulterkomitee mitteilte, ist die offene Operation (z. B. Versorgung mittels Hakenplatte) neben den minimal-invasiven Techniken ein Standardverfahren.

Vorteil des offenen Eingriffs sei, dass der Patient schon früh wieder die Schulter belasten kann. Allerdings müsse eine zweite Operation zur Entfernung der Hakenplatte erfolgen. Eine größere Narbe und die fehlende Möglichkeit der Versorgung von Begleitverletzungen in der Schulter seien weitere mögliche Nachteile. Arthroskopisch unterstützte Verfahren benötigen nur einen Eingriff und böten die Chance, Begleitverletzungen im Schultergelenk mit zu versorgen. Allerdings erfolge die Nachbehandlung in den ersten sechs Wochen zurückhaltender, zudem sei der Eingriff erfahrenen Operateuren vorbehalten. Der jüngsten Publikation zufolge weisen die arthroskopischen Verfahren darüber hinaus Vorteile in Bezug die Sportfähigkeit (return to sport) auf – ein wichtiger Aspekt besonders bei jungen, sportlich aktiven Erwachsenen.

Bei leichteren Verletzungen, die nicht operiert werden müssen, könnten Patienten meist nach drei bis sechs Wochen wieder ihre Alltagsaktivtäten aufnehmen. Auch Sport sei in diesem Zeitrahmen meist schon wieder möglich. Bei starken und sich wiederholenden Überkopftätigkeiten (vor allem im Sport und im Beruf, etwa beim Maler) könnten die Beschwerden länger anhalten. Nach einer offenen Operation mit einer Hakenplatte könnten schon bald nach der Operation belastungsfreie Tätigkeiten bis zur Horizontalen erfolgen. Für belastende und Überkopftätigkeiten müsse das Implantat erst entfernt worden sein. Insgesamt müssten Patienten nach einer OP mit einer Ausfallzeit für schulterbelastende Tätigkeiten von acht bis zwölf Wochen rechnen.

Aktuelles | Über den BNC | Bundeskongress | Für Patienten | Presse | Landesverbände | Mitgliederbereich | Partner | Veranstaltungen | Praxisbörse | Chirurgensuche | FAQ für Ärzte | Kontakt Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V. © 2014 | Impressum | Datenschutzhinweise | Design & Umsetzung: zollsoft GmbH