Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Plastische Chirurgen warnen vor Risiken bei Glutealvergrößerung

Der Fall sorgt seit Wochen für einigen Medienrummel: In Düsseldorf ist Anfang Juni offenbar eine Patientin in Düsseldorf bei einer Glutealvergrößerung gestorben. Es war den Medienberichten zufolge bereits die zweite Patientin innerhalb eines Jahres, die in der Klinik des Arztes bei einem solchen Eingriff – umgangssprachlich auch als Po-Vergrößerung oder auch Brazialian Butt Lift (BBL) bezeichnet – zu Tode gekommen ist. Der Operateur ist demnach kein Facharzt für Plastische Chirurgie, sondern Internist.

Zu den Vorfällen in Düsseldorf hat auch die Deutsche Gesellschaft der Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgen (DGPRÄC) Stellung bezogen. So erklärte DGPRÄC-Präsident Prof. Riccardo Giunta: „Die Glutealaugmentation hat mit 1 zu 3.000 Fällen die höchste Todesrate bei allen ästhetischen Eingriffen und ist damit am gefährlichsten für die Patientinnen.“ Umso wichtiger sei es, einen qualifizierten, entsprechend ausgebildeten Chirurgen zu wählen. Er verwies dabei auf die spezielle Qualifikation Plastischer Chirurgen, die mit 6 Jahren Weiterbildung, einem nachzuweisenden Operationskatalog und einer Prüfung durch die Landesärztekammern sehr umfassend sei. Plastische Chirurgen wüssten, wie sie bei etwaigen Komplikationen reagieren müssen, um Patienten schnell helfen zu können.

Bereits im Sommer 2018 hatte ein internationales Konsortium plastisch-chirurgischer Fachgesellschaften vor einer erhöhten Todesrate bei Glutealvergrößerungen gewarnt, die DGPRÄC ihre Mitglieder entsprechend informiert. Bei der Operation saugen Ärzte das Fett von Stellen ab, an denen es stört und spritzen es in das Gesäß. Prof. Guinta berichtete: „In Düsseldorf wird eine Obduktion nun die Todesursache klären. Die Mitglieder des internationalen Konsortiums haben an Obduktionen teilgenommen: alle Autopsien verstorbener BBL-Patienten hatten folgende Befunde gemeinsam: 1) Fett in den Gesäßmuskeln; 2) Fett unter den Muskeln; 3) Schäden an der oberen oder unteren Gesäßvene; 4) massive Fettembolie im Herzen und/oder in der Lunge. Noch keine Autopsie hat einen Todesfall mit Fett im Fettgewebe gezeigt. Für ihn ist deshalb klar, „dass Ärzte tiefer gespritzt haben, als sie es beabsichtigt hatten. Als Todesmechanismus wird Hochdruckfett vermutet, das über Risse in den großen Gesäßvenen in den Kreislauf gelangt und anschließend in Herz und Lunge embolisiert.“ In der Folge bekomme die Patientin zu wenig Sauerstoff und könne an einer Lungenembolie sterben.

Angesichts der ständig wachsenden Nachfrage nach Glutealvergrößerungen böten auch viele Mediziner ohne allgemeine chirurgische oder spezielle plastisch-chirurgische Kenntnisse diese Art von Eingriffen an. „Wir haben uns diesbezüglich auch an das Bundesgesundheitsministerium gewandt, um dieser zu weit verbreiteten Praxis einen Riegel vorzuschieben“ erläuterte Prof. Giunta. Die DGPRÄC bekräftigte ihre Forderung, der Gesetzgeber möge dafür sorgen, dass auch bei Selbstzahlerleistungen wie ästhetischen Eingriffen Patienten vor nicht qualifizierten Operateuren geschützt werden.

 

 

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