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Umfrage der Barmer zur Zweitmeinung: Viele Patienten zweifeln am Sinn von Operationen

Die Barmer Ersatzkasse hat bundesweit 1.000 Männer und Frauen ab 18 Jahren zu ihrer Haltung gegenüber planbaren medizinischen Eingriffen befragt. Die repräsentative Erhebung zeigt nach Angaben der Krankenkasse, dass in Deutschland viele Menschen an der Notwendigkeit von elektiven Eingriffen zweifeln. Demnach ist mehr als jeder Zweite unsicher, ob die Operation tatsächlich notwendig ist. Doch das veranlasst nicht jeden dazu, sich eine Zweitmeinung einzuholen.

Dabei zeige die Umfrage, dass die Meinung anderer Ärzte bisweilen ganz anders ausfällt: Zwar gäben 72 Prozent der Befragten an, die Diagnose ihres ersten Arztes habe sich bestätigt, und 21 Prozent hätten auch die Therapieempfehlung bestätigt bekommen. Acht Prozent hätten jedoch eine andere Diagnose und 17 Prozent eine andere Therapieempfehlung erhalten. Der Landesgeschäftsführer der Barmer in Baden-Württemberg, Winfried Plötze, sagte hierzu: „Patienten haben einen Anspruch auf Zweitmeinung. Das macht die medizinische Versorgung insgesamt sicherer, weil Spezialisten so ihre Expertise einbringen können.“ Er betonte, das Einholen einer zweiten Meinung sei auch kein Vorwurf an den behandelnden Arzt: „Es ist ein Ausdruck für die Souveränität der Patienten, die zunehmend an Entscheidungen mitwirken wollen, die ihre Gesundheit betreffen.“ Plötze forderte die Patienten auf, konsequent vom Recht auf Zweitmeinung Gebrauch zu machen. Die Mehrheit derer, die eine zweite Meinung hören, folgen laut Barmer-Umfrage der Alternativauffassung (56 Prozent).

Die zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen respondi durchgeführte Online-Umfrage zeigt nach Angaben der Barmer, dass die Faktoren Alter, Bildung und Einkommen die Offenheit gegenüber Zweitmeinungen beeinflussen. Je höher Einkommen und Bildung, desto öfter würden weitere Meinungen erfragt. Der Effekt zeige sich auch bei einzelnen Altersgruppen, wobei die 40- bis 49-Jährigen als besonders kritisch auffielen.

Am häufigsten holten die Befragten Zweitmeinungen ein, wenn es um planbare Eingriffe im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie (27 Prozent), der allgemeinen Chirurgie (24 Prozent), der Gynäkologie (zehn Prozent) sowie der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (acht Prozent) ging. Am häufigsten ging es bei Zweitmeinungen um Eingriffe am Bewegungsapparat (19 Prozent), dem Verdauungstrakt und den Geschlechtsorganen (jeweils neun Prozent). Von den Befragten, die keine Zweitmeinung eingeholt haben, nennen 67 Prozent als Grund für den Verzicht, dass sie die Notwendigkeit des Eingriffs nicht bezweifelten. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) fühlte sich vom Arzt ausreichend aufgeklärt.

Die kompletten Ergebnisse der Barmer-Umfrage zum Thema Zweitmeinung finden Sie hier.

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