Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Neuer Therapieansatz verspricht schnellere Abheilung bei Analfisteln

Als erste Klinik in der Schweiz wendet das Universitätsspital Zürich (USZ) eine innovative Therapie zur Behandlung von Analfisteln an. Wie die Klinik mitteilte, werden dabei im Labor gezüchtete Stammzellen ins Gewebe gespritzt, um die Abheilung von Fisteln zu fördern. Die Stammzellen würden aus dem Fettgewebe von Spenderinnen und Spendern gewonnen und in das Gewebe gespritz, das die Fisteln umgibt, erklärte Prof. Matthias Turina, Leitender Arzt an der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie am USZ. Bei diesem 40-minütigen ambulanten Eingriff in Narkose verabreichten die Viszeralchirurgen den Patientinnen und Patienten vier Injektionen des Stammzell-Medikamentes, welche insgesamt 120 Millionen Zellen enthalten. Aufgabe der Stammzellen sei es dann, Botenstoffe in das umliegende Gewebe auszusenden, welche die Entzündung hemmen und das Immunsystem unterstützen. Bei einer erfolgreichen Therapie entstehe dadurch neues Gewebe und die Fisteln heilten ab.

Hergestellt werde das Stammzell-Produkt in Spanien. Die Züchtung und Aufbereitung der gespendeten Zellen im Labor dauert den Angaben zufolge zwei Wochen. Nach Fertigstellung der Stammzelllösung müsse diese innerhalb von 48 Stunden verabreicht werden. Den Transport der Stammzellen nach Zürich beschreibt das USZ als eine logistische Herausforderung: Während des Transports müssten die Zellen bei konstanter Temperatur gekühlt werden und dürften während des Fluges nicht geschüttelt werden. Zu starke Bewegungen würden die Zellen sofort zerstören. Ein Kurier nehme deshalb die kostbare Fracht im Handgepäck mit ins Flugzeug, was entsprechende Bewilligungen und Papiere erfordere.

Im Februar 2019 konnte das USZ diese Therapie als erstes Spital in der Schweiz durchführen. Dr. Daniela Cabalzar-Wondberg, Oberärztin im Team von Prof. Matthias Turina, berichtete: „Seither haben wir fünf Patienten mit der neuen Methode behandelt. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Sie zeigen in der Mehrzahl der Fälle eine schnelle Heilung der Wunden und einen damit verbundenen raschen Rückgang der Beschwerden.“ Die neue Therapie richtet sich in erster Linie an Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn, die komplexe Analfisteln haben und unzureichend auf eine medikamentöse Therapie angesprochen haben. Begleitstudien hätten gezeigt, dass die Therapie die Chance einer Abheilung der Analfisteln auf über 50 Prozent erhöht und damit die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessert.


Beschreibung: nfografik_Analfisteln.jpg

Analfisteln sind krankhafte Gänge, die den Analkanal mit der Körperoberfläche am After verbinden.






















Publikation
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27477896

Ansprechpartner für Fragen
   -   Prof. Matthias Turina, Leitender Arzt, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
   -   Dr. Daniela Cabalzar-Wondberg, Oberärztin, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
   -   Prof. Gerhard Rogler, Direktor Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie
   -   PD Dr. Luc Biedermann, Leitender Arzt, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie

Kontakt über Medienstelle: 044 255 86 20; medien@usz.ch

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