Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Honorarverhandlungen 2020 abgeschlossen: Anreize für Videosprechstunde

Anfangs lagen die Forderungen zwar weit auseinander, doch letztlich konnten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband am 23. August 2019 eine Einigung erzielen und damit die Honorarverhandlungen für 2020 abschließen. Wie die Vertragspartner in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt gaben, steigt der Orientierungswert zum 1. Januar 2020 um 1,52 Prozent, was einem Volumen von 565 Millionen Euro entspricht. KBV-Chef Dr. Andreas Gassen erklärte, mit der Einigung habe die gemeinsame Selbstverwaltung ihre Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt. Und auch Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, betonte: „Dies stärkt die ambulante Versorgung und ist damit gut für Patienten und Ärzte. Die Selbstverwaltung zwischen Krankenkassen und Ärzten ist der Ort, an dem solche Entscheidungen partnerschaftlich getroffen werden.“

Neben der Anpassung des Orientierungswertes vereinbarten die Vertragspartner im Bereich Humangenetik eine extrabudgetäre Vergütung ärztlicher Beurteilungs- und Beratungsleistungen, die bislang mit der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung abgedeckt war Bereits bestehende extrabudgetäre Vergütung von Leistungen der Tumorgenetik sollen um drei Jahre verlängert werden. GKV-Spitzenverband und KBV vereinbarten außerdem, Videosprechstunden finanziell zu fördern. So sollen ab 1. Oktober 2019 Ärztinnen und Ärzten, die Videosprechstunden durchführen, eine Anschubfinanzierung von den gesetzlichen Krankenkassen erhalten, die bis zu 500 Euro pro Arztpraxis und Quartal betragen kann. Die Fördermöglichkeit gelte für zwei Jahre. „Mit der vereinbarten Anschubförderung für Videosprechstunden wollen wir einen Impuls geben, damit sich das Versorgungsangebot für unsere Versicherten weiter erhöht und flexibilisiert“, erläuterte Stefanie Stoff-Ahnis.

Der NAV-Virchowbund bemängelte zwar das „dürftige Ergebnis“ der Einigung, lobte aber, dass der Abschluss ohne Anrufung des Erweiterten Bewertungsausschusses und somit ohne einen entsprechenden Schiedsspruch eines Dritten zustandegekommen ist. „Dies lässt für die gesetzlich vorgegebene Reform des EBM zum Jahresende hoffen“, erklärte der Verbandsvorsitzende Dr. Dirk Heinrich.  Denn bei der anstehenden EBM-Reform müsse das kalkulatorische Arztgehalt endlich an die reale Vergleichsgröße, nämlich an das inzwischen erzielbare Oberarztgehalt in den Krankenhäusern angepasst werden. „Hier wurden die Tarifentwicklungen der letzten Jahre leider noch nicht nachvollzogen“, sagte Dr. Heinrich.

Der BNC-Vorsitzende Dr. Christoph Schüürmann, der sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch über die mangelnde Finanzierung von Videosprechstunden geäußert hatte, zeigte sich erfreut über die vereinbarte Anschubfinanzierung: „Damit können die Praxen die Möglichkeiten dieser neuen Technologie ausprobieren, ohne die Investition in die technische Ausstattung und das finanzielle Risiko ganz allein stemmen zu müssen.“

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