Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

KBV: Vergütung von Videosprechstunden im EBM neu geregelt

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben rückwirkend zum 1. Oktober 2019 mehrere neue Regelungen zur Förderung der Videosprechstunde vereinbart. Wie die KBV am 10. Oktober 2019 mitteilte, darf eine Konsultation per Video nun auch dann erfolgen, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war. Für Psychotherapien wurde die Videosprechstunde neu geöffnet. Mit den getroffenen Vereinbarungen könnten Ärzte und Psychotherapeuten die Videosprechstunde einfacher in den Praxisalltag integrieren und immer dann einsetzen, wenn sie es für sinnvoll erachten. Damit dürfen nunmehr Ärzte fast aller Fachgruppen Videosprechstunden durchführen und abrechnen – ausgenommen sind nur Laborärzte, Nuklearmediziner, Pathologen und Radiologen. Ebenso können ermächtigte Ärzte ihre Patienten per Video behandeln. Die KBV wies darauf hin, dass nunmehr auch der erste Arzt-Patienten-Kontakt in einer Videosprechstunde stattfinden darf. Zuvor war die Videosprechstunde den Patienten vorbehalten gewesen, die dem Arzt bereits persönlich bekannt sind.

Zur Förderung der Videosprechstunde habe man die Vergütung neu geregelt. Sie erfolge seit 1. Oktober über die jeweilige Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale statt wie bisher über die Gebührenordnungsposition (GOP) 01439. Nach Angaben der KBV wird die Pauschale nebst Zuschlägen in voller Höhe gezahlt, wenn im selben Quartal noch ein persönlicher Kontakt erfolgt. Sei dies nicht der Fall und der Kontakt erfolge ausschließlich per Video, würden die Pauschale und gegebenenfalls die sich darauf beziehenden Zuschläge gekürzt. Daneben könnten Ärzte und Psychotherapeuten Leistungen für Gespräche abrechnen, die per Videosprechstunde erfolgen. Außerdem erhielten sie die Technikpauschale zur Finanzierung der Kosten (GOP 01450: 40 Punkte / 4,33 Euro), die in der Höhe unverändert bleibe. Für den Mehraufwand bei der Authentifizierung neuer Patienten in der Videosprechstunde – die erforderlichen Stammdaten lassen sich in diesen Fällen ja nicht über die elektronische Gesundheitskarte automatisiert erfassen –  zahlen die Krankenkassen den Angaben zufolge 1,08 Euro pro Versicherten. Die Abrechnung erfolge über die neue GOP 01444 (Bewertung: 10 Punkte / 1,08 Euro) als Zuschlag zur Grund-, Versicherten- oder Konsiliarpauschale.

Außerdem könnten Praxen für bis zu 50 elektronische Visiten im Quartal zehn Euro je Sprechstunde zusätzlich erhalten – insgesamt bis zu 500 Euro. Als Voraussetzung für den Zuschlag nannte die KBV, dass die Praxis mindestens 15 Videosprechstunden im Quartal durchführt. Auf diese auf zwei Jahre befristete Anschubfinanzierung hätten sich KBV und Krankenkassen bei den Honorarverhandlungen im Sommer dieses Jahres geeinigt. Die KBV wies darauf hin, dass das Bundesgesundheitsministerium nun zunächst zwei Monate Zeit hat, den Beschluss zu prüfen.

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