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Praxis statt Klinik - Ambulante Medizin wird für Studierende immer interessanter

In Kooperation mit dem Medizinischen Fakultätentag und der Bundesvertretung der Medizinstudierenden hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Sommer 2018 gut 13.000 Medizinstudierende befragt, welche Erwartungen sie an ihre berufliche Zukunft stellen und wie sie zu einer Tätigkeit in der ambulanten Versorgung stehen. Nachdem Anfang 2019 bereits eine erste Auswertung veröffentlicht wurde, liegt nunmehr der Gesamtbericht vor. Demnach können sich immerhin 75 Prozent der Befragten eine ambulante Tätigkeit vorstellen. Allerdings fühlen sich mehr als 60 Prozent über die ambulante Praxis schlecht informiert. Das eingeschätzte Informationslevel über Anforderungen und Arbeitsbedingungen der ambulanten Versorgung ist der Studie zufolge im Vergleich zu 2014 noch einmal gesunken.

Der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister erklärte dazu: „Das gewachsene Interesse an einer Tätigkeit in der ambulanten Versorgung zeigt, dass unsere Anstrengungen wie der Ausbau und die Förderung der ambulanten Weiterbildung erfolgreich sind.“ Der ambulante Sektor biete alle Optionen, welche die Studierenden sich für ihre berufliche Zukunft wünschten. „Ob Anstellung, Job-Sharing, Einzel- oder Gemeinschaftspraxis, Stadt oder Land, lokal oder standortübergreifend – kein anderer Bereich offeriert so viele Möglichkeiten für Ärzte, sich beruflich zu verwirklichen und gleichzeitig ihre privaten Bedürfnisse zu berücksichtigen.“

Hofmeister kritisierte allerdings, dass es im Studium immer noch zu wenig Möglichkeiten gebe, den ambulanten Bereich kennenzulernen. „Auch wenn sich hier viel getan hat, die Ausbildung ist nach wie vor stark ‚kliniklastig’. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass sich mehr als die Hälfte der Befragten über die ambulante Praxis schlecht informiert fühle. Bei den Studierenden, die an einer Tätigkeit in der ambulanten Medizin interessiert sind, geht der Trend allerdings eher zur Gemeinschaftspraxis (50,6 Prozent) und weg von der Einzelpraxis (4,7 Prozent). Insgesamt ist eine angestellte Tätigkeit – in der ambulanten und stationären Versorgung – für fast alle Befragten ungebrochen eine attraktive Option, so das Fazit der Studie. Hohe Priorität hat für angehende Ärzte (95 Prozent) die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Vor einer Niederlassung und damit freiberuflichen Tätigkeit schrecken der Umfrage zufolge die Nachwuchsmediziner unverändert vor allem das Investitionsrisiko, die Bürokratie, Wirtschaftlichkeitsprüfungen und mögliche Regresse ab. Eigene Erfahrungen in der vertragsärztlichen Versorgung könnten dazu beitragen, diese Ängste abzubauen. Zu weiteren zentralen Ergebnissen des Berufsmonitorings zählt, dass der Trend zur wohnortnahen beziehungsweise heimatnahen Berufstätigkeit stabil bleibt. Ländliche Regionen seien zwar nach wie immer noch wenig beliebt, auch wenn sich hier des Monitorings zufolge eine gewisse Entspannung abzuzeichnen scheint. Unterdessen hätten andere Bundesländer und das Ausland für die Nachwuchsmediziner an Attraktivität eingebüßt.

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