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BVMed fordert vollumfängliche Vergütung der Hygienekosten in Praxen und Kliniken

Der Fachbereich „Nosokomiale Infektionen“ (FBNI) im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) setzt sich dafür ein, dass die im Rahmen von Behandlungen anfallenden Hygienekosten zur Umsetzung des Infektionsschutzgesetzes in Arztpraxen und Kliniken vollumfänglich durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattet werden. Wie der BVMed betonte, sind diese Kosten bisher nicht in vollem Umfang Bestandteil der ärztlichen Vergütung nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll wies in diesem Zusammenhang auf das Recht von Patienten und Mitarbeitern hin, in allen medizinischen Einrichtungen durch konsequente und adäquate Hygienemaßnahmen vor Infektionen geschützt zu werden. Für Ärzte und Kliniken seien diese Maßnahmen ein elementarer Bestandteil, der bislang jedoch nicht umfassend vergütet wird.

Mit seiner jüngsten Forderung reagierte der BVMed auf eine Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), nach der die Hygienekosten für Produkte, Aufbereitung, Entsorgung, Personal, Fortbildungen und Qualitätssicherung in Arztpraxen seit der Umsetzung der neuen Landeshygieneverordnungen ab dem Jahr 2012 auf hohem Niveau liegen. Demnach mussten Praxen im Jahr 2018 durchschnittlich 24.287 Euro für Hygienekosten aufwenden. In rein konservativen Praxen lagen die durchschnittlichen jährlichen Hygienekosten bei 8.140 Euro, in invasiv tätigen Praxen bei 25.242 Euro, berichtet das Zi. Praxen, die ambulant operieren, geben für Hygiene 53.281 Euro pro Jahr aus, Dialysepraxen sogar 116.823 Euro. Das Zi hatte diese Zahlen in einer „Grafik des Monats“ im September/Oktober 2019 anschaulich zusammengefasst.

Der FBNI betonte, bei Nichtbeachtung von Hygienevorschriften entstünden immense Schäden für die Patienten und Mitarbeiter sowie Folgekosten für das Gesundheitssystem. Der EBM sei seit dem Jahr 2008 in puncto Hygienekosten nicht weiterentwickelt worden, obwohl die Vertragsärzte seit dem Jahr 2012 mit den neuen Landeshygieneverordnungen höhere Kosten und Zeitaufwände stemmen müssten. Die Erstattung durch den EBM müsse nun zügig nachgeholt werden, mahnte Dr. Möll. Darüber hinaus müssten diese Kosten auch im stationären Bereich separat ausgewiesen und vollumfänglich erstattet werden, da sie in den DRG untergehen. „Jeder Patient und jeder Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen in Deutschland hat ein Recht, vor gefährlichen und im Zweifel lebensbedrohlichen Infektionen geschützt zu werden“, sagte Dr. Möll weiter.

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