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Presseberichte: Es gibt offenbar Lieferengpässe beim Narkosemittel Propofol

 

In deutschen Krankenhäusern wird das Narkosemittel Propofol knapp. Dies geht aus Presseberichten in der Pharmazeutischen Zeitung  und der Tageszeitung Die Welt hervor. Beide Medien berufen sich auf eine Einschätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) die auf eine entsprechende Anfrage des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) reagiert hatte. Demnach bewertet die DKG die Versorgungslage derzeit als „kritisch“. Rückmeldungen angefragter Kliniken hätten ergeben, dass einer der beiden Haupthersteller des Narkosemittels derzeit nur bedingt lieferfähig ist. Ein längerer Ausfall einer der beiden Hauptlieferanten hätte nach Einschätzung der DKG erhebliche Auswirkungen auf die Klinikversorgung. Denn Propofol sei im Klinikbetrieb kaum mehr zu ersetzen. Es werde zur Einleitung und häufig auch zur Aufrechterhaltung der Narkose eingesetzt.

Die deutschen Kliniken werden hauptsächlich vom Fresenius-Konzern und von B. Braun mit Propofol beliefert. Beide Unternehmen beschwichtigen derzeit, es gebe nur bei einzelnen Varianten bzw. Wirkstoffkonzentrationen des Anästhetikums und auch  nur kurzzeitige Lieferschwierigkeiten. Die Meldungen fallen allerdings in eine Zeit, in der sich Lieferengpässe bei Arzneimitteln häufen. Derzeit sind beim BfArM 267 Medikamente als nicht lieferfähig gemeldet. Als Ursachen gelten der globale Kostendruck auf die Hersteller, die daraus resultierende Auslagerung der Produktion in Drittländer und eine zunehmende Monopolisierung, aufgrund derer etliche Wirkstoffe weltweit nur noch von einem oder zwei Herstellern produziert werden.

Erst Ende September 2019 hatte die Bundesärztekammer (BÄK) ein konsequentes Vorgehen gegen Lieferengpässe und Qualitätsmängel bei Arzneimitteln gefordert.  BÄK-Vizepräsidentin Dr. Ellen Lundershausen hatte erklärt: „Lieferschwierigkeiten bei Arzneimitteln bedrohen zunehmend die Patientenversorgung. Die Politik muss konsequent gegen solche Engpässe vorgehen.“ Dabei gehe es neben dem Schutz der Patientinnen und Patienten auch um die Stringenz gesundheitspolitischer Entscheidungen. „Es wäre doch eine Schildbürgerei sondergleichen, wenn Deutschland die Impfpflicht einführt, während gleichzeitig die dafür notwendigen Impfstoffe fehlen“, kritisierte Dr. Lundershausen.

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