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Forum AOP 2019: Vergütung beim Ambulanten Operieren bleibt Zankapfel

Themenschwerpunkt beim 6. Forum Ambulantes Operieren vom 15. bis 16. November in Berlin war die sektorenübergreifende Versorgung, insbesondere beim Ambulanten Operieren. Diskussionen über diese Themenfelder driften allerdings schnell ab in Streit über die Vergütung – ein Terrain, auf dem sich alle Teilnehmer auskennen und sich ihrer Positionen sicher sind. So auch dieses Jahr in Berlin. Für Empörung im Plenum sorgte etwa die Äußerung von Dr. Torsten Fürstenberg, Abteilungsleiter Ambulante Versorgung beim GKV-Spitzenverband, der zum einen auf die sinkende Zahl belegärztlicher Operationen und stagnierende Werte beim Ambulanten Operieren hinwies. Mit Blick auf den neuen AOP-Katalog sagte er aber auch: „Ich bin mit dem EBM großgeworden, ich verstehe ihn, und ich halte ihn für eine gute Option.“ Doch damit nicht genug: „Mit dem EBM fahren die Ärzte auch finanziell gut, es geht Ihnen ja nicht schlecht damit!“

Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Rheinland-Pfalz und Betreiber einer anästhesiologisch geführten Tagesklinik, konterte daraufhin, der EBM sei für das Ambulante Operieren weder geeignet, noch auskömmlich: „Wir wollen schließlich nicht auf dem Küchentisch operieren, sondern brauchen OP-Schwestern und müssen diverse Qualitätsvorgaben einhalten. Das Ambulante Operieren ist unterfinanziert – und genau deshalb ist es auf dem Rückzug.“ Auch Dr. Raphael Hansen von der Praxisklinikgesellschaft (PKG) kritisierte den Kassenvertreter scharf: „Herr Fürstenberg, Sie wundern sich über die Stagnation beim Ambulanten Operieren und meinen aber, am Preis könne es nicht liegen. Wir leben in einer Volkswirtschaft, da regeln sich solche Dinge nun mal über den Preis!“

Noch deutlicher äußerte sich der Präsident des Bundesverbands Ambulantes Operieren (BAO), Dr. Axel Neumann, der die Diskussion aus dem Publikum verfolgte: „Herr Fürstenberg, es ist furchtbar, Ihnen zuzuhören! Ich weiß genau, warum der EBM Ihnen gefällt! Wenn ich so etwas höre, dann habe ich wenig Hoffnung, dass der GKV-Spitzenverband seine Haltung der vergangenen zehn Jahre verändern wird, die genau zu dieser Situation geführt hat, die Sie monieren!“ Voraussetzung für Veränderung sei zumindest ein gewisser Konsens, dass das Ambulante Operieren förderungswürdig ist.

Auch die Einschätzung des Gesundheitsökonomen Prof. Eberhard Wille vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR), der die Situation aus der Metaebene beleuchtete und ausführlich verschiedene Reformoptionen schilderte, gab wenig Anlass zur Hoffnung: „Das Bundesgesundheitsministerium hat in dieser Legislaturperiode ein wahres Feuerwerk an Reformen abgebrannt. Doch bis auf die Notfallversorgung waren all die bearbeiteten Themen gar nicht so relevant.“ Die sektorenübergreifende Versorgung hingegen habe man erst gar nicht angefasst. „Ich fürchte daher, dass sie deshalb auch weiter so vor sich hindümpeln wird wie bisher“, sagte Prof. Wille.

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