Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Zi-Praxis-Panel: Jahresüberschüsse der Vertragsarztpraxen 2017 gesunken

Die in den letzten Jahren positive Entwicklung der wirtschaftlichen Lage in den Vertragsarztpraxen hat sich 2017 merklich abgeschwächt. Dies meldete das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mit Blick auf sein jüngstes Praxis-Panel (ZiPP), in dem es die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen von Vertragsarztpraxen aus den Jahren 2014 bis 2017 aufbereitet hat. Wie das Zi mitteilte, sind unter Berücksichtigung der Verbraucherpreisentwicklung die Jahresüberschüsse der Praxen gegenüber 2016 um 0,7 Prozent zurückgegangen – im Mittelwert über alle Fachgebiete hinweg auf 168.800 Euro je Praxisinhaber. In den Jahren 2015 und 2016 hatte die Entwicklung der Jahresüberschüsse im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahren noch bei 3,1 bzw. 5,5 Prozent gelegen.

Die Betriebskosten sind den Angaben zufolge zwischen 2014 und 2017 um insgesamt 10,4 Prozent gestiegen. Die größten Kostensprünge habe es bei Aufwendungen für Personal (+18,6 Prozent) sowie für Material und Labor (+8,7 Prozent) gegeben. Der Kostenanstieg hat demnach die Entwicklung der Verbraucherpreise, die im gleichen Zeitraum im Bundesdurchschnitt um 2,5 Prozent wuchsen, deutlich überschritten. Aus dem ZiPP geht außerdem hervor, dass die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in ihrer Bedeutung für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte weiter zugenommen hat. So sei der Anteil der GKV-Einnahmen an den Gesamteinnahmen von 75,1 Prozent im Jahr 2014 auf 76,5 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Die GKV-Einnahmen der Arztpraxen seien in diesem Zeitraum um durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr angewachsen. Ein anderes Bild ergebe sich bei den privatärztlich abgerechneten Leistungen: Hier seien die Einnahmen zurückgegangen, von einem Anteil von 20 Prozent im Jahr 2014 auf nur noch 18,7 Prozent 2017.

Laut ZiPP arbeiteten die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im Jahr 2017 im Durchschnitt 48 Wochenstunden, wobei angestellte Ärztinnen und Ärzte in der Regel deutlich weniger arbeiteten als die niedergelassenen – im Schnitt rund 23 Arbeitsstunden pro Woche. Etwa 50 Prozent der Angestellten hatten Arbeitsverträge im Umfang von über 5 bis zu 20 Wochenstunden. Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Der ZiPP-Klimaindex, ein Indikator zur subjektiven Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage von Vertragsärztinnen und -ärzten, ist erstmals seit 2014 gefallen. „Die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung gelingt nur, wenn die Niederlassung für junge Ärztinnen und Ärzte wieder attraktiver wird“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried anlässlich der Veröffentlichung des ZiPP-Jahresberichts 2018 am 12. Dezember 2019 in Berlin.

„Es kann nicht sein, dass die Politik regelhaft zusätzliche Mittel in die Krankenhäuser lenkt, während die Praxen inflationsbereinigt ein Minus machen. Altersbedingt werden in den nächsten Jahren viele Niedergelassene ihre Praxen aufgeben. Immer weniger junge Ärztinnen und Ärzte sind bereit, sich selbständig niederzulassen. Je mehr Teilzeitbeschäftigung zur Regel wird, umso stärker nimmt die verfügbare ärztliche Arbeitszeit in der ambulanten Versorgung ab. Diesen Trend sehen wir mit großer Sorge“, so von Stillfried weiter. Der Zi-Chef forderte die Politik zu einem klaren Bekenntnis pro ambulante Versorgung auf: „Die Sicherstellung gibt es nicht zum Nulltarif. Wirtschaftliches Risiko, überdurchschnittliche Arbeitsbelastung und hohe Verantwortung müssen substanziell anerkannt werden, die Verdienstmöglichkeiten mindestens ebenso attraktiv sein, wie in anderen Bereichen der medizinischen Versorgung. Nur dann wird es uns gelingen, den ärztlichen Nachwuchs wieder mehr für die Niederlassung zu begeistern.“


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