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GKV-Spitzenverband fordert mehr digitale Vernetzung im Gesundheitswesen

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern einen Ausbau von Videosprechstunden als flexible Angebote für viele Patienten. So erklärte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand des GKV-Spitzenverbands, am 7. Januar 2020 gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Derzeit betrachten die Ärzte das eher als eine Zusatzleistung.“ Dabei seien Videotelefonie-Dienste doch längst selbstverständlich. Sie erwarte, dass in fünf Jahren jede fünfte Behandlung per Videosprechstunde erfolge. „So manche Eltern wären froh, wenn sie mit ihrem Kind, das Brechdurchfall hat, nicht direkt in die Arztpraxis müssten, sondern sich per Video mit dem Arzt austauschen könnten“, sagte sie der dpa weiter.

Stoff-Ahnis forderte explizit „einen Modernisierungsschub in den Arztpraxen, damit die Chancen der Digitalisierung für die Verbesserung der Patientenversorgung genutzt werden können“. Das Gespräch zwischen Arzt und Patienten sei ein Herzstück der Versorgung. Wenn man hierfür mit moderner Technik Entfernungen überwinden könne, könne vielen Menschen geholfen werden. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich die Lebenswirklichkeit vieler Menschen gewandelt – sie kauften online ein oder arbeiteten mobil. „Um in diesem geänderten Umfeld den gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können, ist die Digitalisierung für die Ärzte eine Chance und kein Risiko“, sagte Stoff-Ahnis weiter.

Doch nicht nur Arztpraxen sollen sich nach Auffassung des GKV-Spitzenverbandes digitalen Anwendungen stärker öffnen. Erst wenige Tage zuvor hatte Stoff-Ahnis digitale Lösungen für eine bessere Notfallversorgung gefordert. Gegenüber der dpa hatte sie erklärt: „In der Adventszeit konnten dank der Digitalisierung Millionen Weihnachtspakete online verfolgt und gesteuert werden. Aber wenn es um Leben und Tod geht, geht es vielfach noch zu wie vor 30 Jahren.“ Durch eine kluge Vernetzung mit Notarztwagen und Kliniken könnten Leitstellen viel besser entscheiden, welches Fahrzeug in welche Klinik fahren solle. „Schon aus dem Rettungswagen müssen die wichtigsten Vitaldaten des Patienten an das Krankenhaus gesendet werden, damit dort alles vorbereitet werden kann“, sagte Stoff-Ahnis. Mancher, zu dem heute noch ein Rettungswagen fahre, wäre dann vielleicht bei einem niedergelassenen Arzt besser aufgehoben. Auch das ließe sich so besser organisieren.

Stoff-Ahnis kritisierte, in der Diskussion würden bisher immer wieder nur Strukturen verteidigt, statt nötige Veränderungen in den Blick zu nehmen. „Die Kliniken loben ihre Notaufnahmen und behaupten, sie könnten das alles allein stemmen, während die niedergelassenen Ärzte mit ihren Notdienst-Ambulanzen dagegenhalten. Gleichzeitig verteidigen die Länder mit Händen und Füßen ihre Rettungsdienste.“ Für Menschen in Not sei es aber unerheblich, ob die helfende Ärztin in einer ambulanten Praxis oder in einer Klinik arbeite: „Menschen gehen dorthin, wo sie Hilfe bekommen“, sagte Stoff-Ahnis.

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