Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

COVID-19: Die wichtigsten Informationsquellen im Überblick

In diesen Tagen werden mehr medizinische Fachkongresse und Veranstaltungen abgesagt als angekündigt. Hintergrund ist die Corona-Epidemie, die mittlerweile auch Deutschland fest im Griff hat. Damit sich BNC-Mitglieder die wichtigsten, für Arztpraxen relevanten Informationen nicht überall im Netz zusammensuchen müssen, hier ein Überblick über verschiedene Quellen – vom Gesundheitsministerium über das RKI, das BZH Freiburg, die KBV, den BVMed, die WHO, die BzGA sowie Themenseiten der Labormediziner und in der medizinischen Fachpresse.

Allgemeine Informationen

Hygienemanagement

Beschaffung von Desinfektionsmitteln und Schutzausrüstung

  • Normalerweise ist es Apotheken und Arztpraxen aufgrund der Biozidverordnung nicht gestattet, Desinfektionsmittel selbst herzustellen. Doch nun hat die Bundesstelle für Chemikalien eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen, wonach Apotheken bestimmte Hände-Desinfektionsmittel selbst herstellen dürfen. Diese Allgemeinverfügung gilt nicht für Arztpraxen. Allerdings erlauben einzelne Bundesländer auch Ärztinnen und Ärzten die Herstellung von Desinfektionsmitteln. So begründete z. B. das Ministerium für Soziales und Integration gegenüber der Ärzte Zeitung, dass Ärztinnen und Ärzte laut §13 Abs. 2b AMG keiner Herstellungserlaubnis bedürfen, soweit die Arzneimittel unter ihrer unmittelbaren fachlichen Verantwortung zum Zwecke der persönlichen Anwendung bei einem bestimmten Patienten hergestellt werden.
  • Der gemeinsame Krisenstab von Bundesinnenministerium (BMI) und BMG, der nach Pandemieplan zur Bekämpfung des Corona-Virus gegründet wurde, hat beschlossen, dass das BMG medizinische Schutzausrüstung zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser sowie für Bundesbehörden beschafft.

Entschädigung bei Praxisschließung

  • In einer aktuellen Praxisinformation weist die KBV darauf hin, dass Ärztinnen und Ärzte Anspruch auf Entschädigung haben, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt wird. Zudem bietet sie eine Liste der zuständigen Behörden, an die sich Betroffene in solchen Fällen wenden können. 
  • In der Ärzte Zeitung kann man nachlesen, dass ein konkretes Tätigkeitsverbot von ärztlichem oder Praxispersonal infolge COVID-19 zwar zu einem Erstattungsanspruch gegenüber dem Staat führt, alle anderen Ausfallkosten aber nur mit Versicherungspolicen abgedeckt werden können. 

Patienteninformation

  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat Infomaterial zum Corona-Virus erstellt, das man über die Website kostenlos bestellen kann (u. a. Infoplakate mit Hygienetipps fürs Wartezimmer). Auch allgemeine Materialien zur Patienteninformation zum Thema (Hände)Hygiene gibt es dort zur kostenlosen Bestellung bzw. zum Download.
  • Das BMG und die BZgA stellen mehrsprachige Handzettel für Reisende zur Verfügung, die über Hygienemaßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus informieren (Deutsch, Englisch, Chinesisch, Italienisch, Koreanisch, Persisch) 

Labordiagnostik

  • Nachdem der Labornachweis von SARS-CoV-2 bislang immer mindestens mehrere Stunden in Anspruch nahm, hat das deutsches Unternehmen PharmACT nun einen Schnelltest entwickelt. Nach Angaben des Unternehmens werden dafür lediglich zwei Tropfen Kapillarblut aus der Fingerspitze benötigt, die auf eine Testkassette gegeben werden und innerhalb von nur 20 Minuten die Immunglobuline IgM und IgG detektieren, die sich bei einer Infektion mit dem Corona-Virus im Blut der Betroffenen befinden. Durch die einfache Handhabung erlaube der Schnelltest eine sichere Diagnose – ohne Labor oder entsprechende Ausrüstung.
  • Allerdings warnen der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland (ALM) und der Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie e.V. (BÄMI) vor eben diesen Schnelltests. Diese Tests suchten nicht nach Erregern, sondern nach Antikörpern, die bei Virusinfektionen aber meist frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar seien. Daher seien die neuen Schnelltests unzuverlässig und würden aus diesem Grund auch weder vom Robert-Koch-Institut noch von der WHO empfohlen.
  • Der Berufsverband der Laborärzte (BDL) hat eine Liste mit Medizinische Laboratorien veröffentlicht, die am Standort eine Testung auf SARS-CoV-2 (Corona-Virus) durchführen. Der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski erklärte: „Die medizinischen Labors sind für das Coronavirus gerüstet, aber die Ausdünnung diagnostischer Infrastrukturen durch regulatorische Eingriffe vergangener Jahre wirkt sich jetzt konkret aus. Der Weg zum nächsten medizinischen Labor ist weiter und der Draht des Hausarztes zur nächsten laborärztlichen Kollegin ist dünner geworden. Ohne finanzielle Not und gegen jede medizinische und ökonomische Vernunft wurde und wird an der medizinischen Diagnostik gespart. Das darf sich nicht fortsetzen.“

Abrechnung

  • Die KBV weist darauf hin, dass für die ambulante medizinische Versorgung von Coronavirus-Patienten zusätzliches Geld bereitgestellt wird. Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion erforderlich sind, werden seit dem 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt. Ärzte kennzeichnen die Fälle dazu mit der Ziffer 88240.
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