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SARS-CoV-2: Neue WHO-Empfehlung zur Reinigung und Desinfektion von Oberflächen

Am 15. Mai hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Empfehlungen zur Reinigung und Desinfektion von Oberflächen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 herausgegeben. Obgleich der Stellenwert von Schmierinfektionen bei der Übertragung des aktuellen Coronavirus noch nicht umfänglich geklärt ist, empfiehlt die WHO hier ein gezieltes Vorgehen insbesondere in Gesundheitseinrichtungen, die mit Covid-19-Erkrankten in Kontakt sind. Wie häufig Oberflächen gereinigt und desinfiziert werden sollten, hängt davon ab, wie häufig sie angefasst werden. Im Fokus stehen daher Lichtschalter, Bettgitter, Türgriffe, intravenöse Pumpen, Tische, Serviertabletts, Nachttische und Waschbecken. 

Vor einer Desinfektion sollten die Oberflächen zunächst gründlich gereinigt werden, da das Desinfektionsmittel ansonsten gar nicht zur Oberfläche vordringen kann, für die es angewendet wird. Die Reinigung erfolgt ausgehend von den am wenigsten zu den am meisten verschmutzen Arealen und von oben nach unten. Erst wenn die Oberflächen gereinigt sind, ist eine Desinfektion sinnvoll. Hierfür kommen nach der neuen Empfehlung der WHO Ethanol (Konzentration 70 bis 90 %), Produkte auf Chlorbasis wie Hypochlorit (Konzentration 0,1 % für die allgemeine Desinfektion von Oberflächen oder 0,5 % für große, mit Blut und Körperflüssigkeiten kontaminierte Areale). Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Wasserstoffperoxid (Konzentration über 0,5 %).

Die WHO rät generell ab vor einem Versprühen von Desinfektionsmitteln – sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien. Zum einen kann das Versprühen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Zum anderen ist es nicht effektiv, denn häufig werden die Flächen verfehlt, die eigentlich desinfiziert werden sollen und die Wirkung insbesondere bei verschmutzten Flächen ist nur gering. An der frischen Luft würden versprühte Desinfektionsmittel zudem rasch vom Wind verweht oder durch UV-Licht inaktiviert. Daneben warnt die WHO ausdrücklich vor einem Besprühen von Personen, zumal in geschlossenen Räumen. Zum einen kann die Exposition der verwendeten Mittel zu Gesundheitsschäden (Augen- und Hautreizungen, Beeinträchtigung der Atmung, Bronchospasmen, gastrointestinale Komplikationen etc.) führen kann. Außerdem hat das Besprühen mit Desinfektionsmittel keinerlei Einfluss auf die Viruslast der besprühten Person.

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