Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

NDR-Recherche: Bis zu 80 Prozent weniger Facharztbesuche wegen Corona

Während der Hochphase der Corona-Pandemie in Deutschland haben Patientinnen und Patienten nur noch selten Facharztpraxen aufgesucht. Das geht aus einer Umfrage des Norddeutschen Rundfunks (NDR) bei Berufsverbänden sowie Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen hervor. 

Demnach meldeten insbesondere Kardiologen und Onkologen für ihre Patienten, die in der Regel zu einer Risikogruppe gehören, Rückgänge der Termine zwischen 30 und 50 Prozent. Zahnärzte hätten sogar ein Minus von bis zu 80 Prozent verzeichnet. Wie der NDR betont, kann der Rückgang zwar erst genau beziffert werden, wenn das Quartal abgerechnet ist. Doch neben den Ärzten hätten auch die Terminvergabestellen der KVen auf einen Rückgang bei der Zahl der vermittelten Termine hingewiesen. So habe sich in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg die Zahl der Anfragen halbiert. Viele Patienten hätten auch ihre Vorsorge-Untersuchungen versäumt.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt bereits seit geraumer Zeit davor, dass sich Krankheitsverläufe verschlimmern können, wenn Patienten Untersuchungen zur Vorsorge und Krankheitsfrüherkennung sowie regelmäßige Verlaufskontrollen versäumen. Um Patientinnen und Patienten mit akuten Infekten von ihnen zu trennen, haben Vertragsarztpraxen in vielen KV-Regionen separate Infektsprechstunden eingerichtet – allein in Schleswig-Holstein werden nach Angaben der dortigen KV in 2.300 Praxen Regelpatienten von solchen, die Symptome einer möglichen Covid-19-Erkrankung aufweisen, räumlich oder zeitlich voneinander getrennt.  

Obwohl die Ansteckungsgefahr in Facharztpraxen also mittlerweile sehr gering ist, trauen sich nach Angaben des NDR viele Menschen nur langsam wieder in die Sprechstunden. Doch mittlerweile verzeichnen die Praxen in den nördlichen Bundesländern eine erhöhte Nachfrage nach Terminen – immerhin müssen die vielen versäumten Vorsorge- und Abklärungstermine aufgeholt werden. Insbesondere bei der Darmkrebsvorsorge oder bestimmten radiologischen Untersuchungen sei mit Terminengpässen zu rechnen. Dennoch schließen die in dem NDR-Beitrag interviewten Fachärztinnen und –ärzte mit dem Appell: „Bitte gehen Sie zum Arzt!“

Aktuelles | Über den BNC | Bundeskongress | Für Patienten | Presse | Landesverbände | Mitgliederbereich | Partner | Veranstaltungen | Praxisbörse | Chirurgensuche | FAQ für Ärzte | Kontakt Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V. © 2020 | Impressum | Datenschutzhinweise | Design & Umsetzung: zollsoft GmbH