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Kölner Forschungsprojekt untersucht COVID-19-Krise aus Sicht des ambulanten Sektors

Am Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität Köln startet ab 1. Juni ein 18-monatiges Forschungsprojekt zur Lage und dem Umgang der niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen in Deutschland mit der Corona-Krise. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 149.000 Euro gefördert. Wie die Universität Köln mitteilte, untersuchen unter dem Projektnamen „The COVID-19 Crisis and its impact on the German ambulatory sector – the physicians view“ (COVID-GAMS) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IMVR die COVID-19-Krise und ihren Einfluss auf den ambulanten Sektor in Deutschland. Sie wollen dabei die Sicht der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in den Fokus ihrer Untersuchung stellen. Ziel des Forschungsprojekts sei es, die aktuelle Rolle des ambulanten Bereichs sowie die zukünftige Versorgung genauer zu untersuchen.

Zum Hintergrund der Befragung teilte die Universität Köln mit, dass grundsätzlich ein Großteil der medizinischen Grundversorgung in Deutschland im ambulanten Sektor erbracht wird. Auch bei der Versorgung von COVID-19-Patienten und Patientinnen trage der ambulante Sektor quantitativ die Hauptlast. „Bisherige Untersuchungen zur Pandemieprävention und -bekämpfung sind vor allem auf das Krankenhaus und den stationären Sektor fokussiert. Der ambulante Sektor und die Rolle von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sind bisher wenig erforscht“, heißt es in der Mitteilung. Dies soll sich mit der Befragung ändern.

Da die unterschiedlichen Fachgebiete und Facharztgruppen mit sehr unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert würden, wolle man neben Hausärztinnen und Hausärzten auch Fachärztinnen und Fachärzte aus den Bereichen Gastroenterologie, Kardiologie, Gynäkologie, Kinder- und Jugendmedizin, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie Zahnärzte befragen. Operativ tätige Fachgruppen hingegen können nicht an der Befragung teilnehmen, obwohl sie infolge der Aussetzung elektiver Eingriffe durchaus auch  von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen sind bzw. waren. Auf Nachfrage erklärte die stellvertretende IMVR-Institutsleiterin, Dr. Nadine Scholten, dazu: „Wir fragen zwar auch die wirtschaftlichen Effekte auf die Praxen ab, doch unser Fokus liegt auf den Auswirkungen auf die Versorgung chronisch kranker Menschen.“ Institutsleiter Prof. Holger Pfaff erklärte hierzu, während der Corona-Krise habe sich der Besuch von Praxen und Spezialeinrichtungen verändert: „Patientinnen und Patienten meiden nach Möglichkeit den ‚Gang zum Arzt‘ aus Angst vor einer Ansteckung. Das veränderte Inanspruchnahmeverhalten der Patienten kann, so die Annahme, langfristige Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Betroffenen und somit unser Gesundheitssystem haben.“ Entsprechend verspricht man sich von der Studie „ein fundiertes Bild zur aktuellen Rolle der ambulanten Versorgung in Deutschland unter COVID-19“ und „Hinweise auf veränderte Behandlungsoptionen auch für zukünftige Versorgungsszenarien“.

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