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Corona-Pandemie: Über 12.000 Facharztpraxen haben im April Kurzarbeit angezeigt

Im April 2020 war infolge der Corona-Pandemie in vielen Arztpraxen deutlich weniger zu tun als gewöhnlich. Dies schlägt sich auch in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit nieder, in der branchenspezifisch die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit erfasst wird und die der Redaktion vorliegt. Demnach haben im April bundesweit insgesamt 12.181 Facharztpraxen Kurzarbeit für zusammen 91.775 Beschäftigte angezeigt. Im März 2020 waren es nur 948 Facharztpraxen mit insgesamt 9.269 Beschäftigten gewesen.

Im Vergleich dazu spielte Kurzarbeit in Hausarztpraxen eine deutlich geringere Rolle: Im März gab es in 110 allgemeinmedizinischen Praxen Kurzarbeit für 745 Beschäftigte, im April stiegen diese Zahlen auf 2.901 Praxen mit insgesamt 15.339 Beschäftigen in Kurzarbeit. Besonders heftig vom Patientenrückgang betroffen sind hingegen die Zahnarztpraxen: Hier zeigten bereits im März 4.012 Praxen für 30.963 Beschäftigte Kurzarbeit an, im April waren es sogar 23.471 Praxen mit 152.548 Beschäftigten.

Die Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass es sich bei den Zahlen bislang nur um die Anzeige von Kurzarbeit in Arztpraxen handelt. Anders als in den Medien oft dargestellt, sei die Anzeige von Kurzarbeit kein Antrag, „sondern zunächst einmal nur das Signal, dass man Kurzarbeit beabsichtigt“, teilte ein Behördensprecher mit. Der Antrag selbst sei dann ein Abrechnungsantrag, nachdem man bereits Kurzarbeit in seinem Betrieb realisiert hat. Statistisch valide Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit und zu tatsächlich Kurzarbeitenden könne die Behörde erst mit mehreren Monaten Verspätung liefern.

Das Verfahren erklärte der Behördensprecher so: „Zunächst muss die Anzeige der Kurzarbeit erfolgen, das ist erst einmal nur das Signal des Arbeitgebers, dass er Kurzarbeit plant. Es kann auch sein, dass der Betrieb diese dann nicht realisiert, weil sich die wirtschaftliche Situation verändert. Aber um grundsätzlichen Anspruch auf Kurzarbeitergeld zu erhalten, muss immer zunächst eine Anzeige gemacht werden. Der nächste Schritt ist die tatsächliche Realisierung der Kurzarbeit. Anschließend zum jeweiligen Monatsende des Monats, in dem im Betrieb kurzgearbeitet wurde, übergibt der Arbeitgeber an die Bundesagentur für Arbeit eine namensscharfe Liste mit den Personen, die im Betrieb kurzgearbeitet haben und mit den exakten Stunden, die ausgefallen sind (er hat dafür bis zu 3 Monate Zeit). Erst danach wissen wir, wie viele Personen tatsächlich kurzgearbeitet haben und wie hoch der Arbeitsausfall war. Dann kann der tatsächliche Anspruch auf Kurzarbeitergeld berechnet werden und Abrechnung sowie Überweisung erfolgen.“

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