Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

BAO-Aktion lenkt Aufmerksamkeit auf Hygienekosten beim Ambulanten Operieren

Der politische Missstand ist seit langem bekannt: Die gesetzlichen Anforderungen an das Hygienemanagement in Einrichtungen des Ambulanten Operierens sind in den vergangenen Jahren permanent erweitert worden. Die zusätzlichen Kosten hierfür lassen sich laut einem Gutachten von Dr. Rainer Woischke im Auftrag des Bundesverbands Ambulantes Operieren (BAO) auf 55 Euro pro Eingriff beziffern. Dieses Gutachten datiert auf das Jahr 2015, doch seither hat sich in puncto Vergütung dieser zusätzlichen Kosten für Hygiene beim Ambulanten Operieren nicht viel getan.

Der BAO nimmt nun die aktuelle Corona-Krise zum Anlass, erneut auf diese finanzielle Schieflage hinzuweisen. So erklärte BAO-Präsident Dr. Axel Neumann in einem Rundschreiben an die Mitglieder des Verbandes: „Die medizinischen Kosten des Infektionsschutzes und der allgemeinen Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Infektionsausbrüche, sowie die Aufwendungen für strukturelle Veränderungen von Krankenhäusern, stehen nachhaltig im Mittelpunkt der politischen Diskussion. Ein ist ein idealer Zeitpunkt, um an unsere gemeinsame Aktion – Erstattung von Hygienekosten – zu erinnern und Sie alle erneut aufzufordern die Aktion unvermindert weiter zu führen!“

Konkret fordert der BAO ambulante Operateure auf, im Zusammenhang mit ambulanten Eingriffen bei gesetzlich Versicherten deren Krankenkassen Rechnungen über die entstandenen Hygienekosten zu stellen. Der Verband stellt hierfür Rechnungsmuster im PDF-Format zur Verfügung, die man hier herunterladen kann. Die Aktion des BAO läuft bereits seit einigen Monaten, es gab Dr. Neumann zufolge sehr viele positive Erkenntnisse aus den Rückmeldungen, die die Geschäftsstelle des BAO und ihn persönlich erreicht haben. „Es gab zwar Krankenkassen die (ohne gesetzliche Grundlage) versucht haben, über die KV Unterlassungserklärungen von Teilnehmern einzuholen – es gab aber auch Krankenkassen die Gesprächsbereitschaft signalisiert haben und bestätigt haben, dass das Problem der mangelnden Kostenerstattung erkannt sei“, berichtet er.

Der BNC empfiehlt seinen Mitgliedern ausdrücklich, ebenfalls an dieser Aktion teilzunehmen. Der BNC-Vorsitzende Dr. Christoph Schüürmann erklärte hierzu: „Wir müssen erreichen, dass das Thema Hygiene mit ihren unstrittigen Mehrkosten für uns nicht mehr von der Bildfläche verschwindet, woran die Krankenkassen jedoch heftig arbeiten.“ Die Aktion des BAO sei deutlich weniger zeitaufwändig als detaillierte Erfassungen der Hygienekosten durch Einrichtungen wie das Institut des Bewertungsausschusses (INBA). „Sie wird wahrscheinlich zu umso größerer Unruhe und Bekanntheit führen, je mehr wir teilnehmen“, meinte Dr. Schüürmann.

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