Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Fuß-Pass soll unnötige Amputationen beim Diabetischen Fußsyndrom verhindern

Jährlich werden in Deutschland ca. 40.000 Amputationen durchgeführt, die im Zusammenhang mit dem Diabetischen Fußsyndrom (DFS) stehen. Ein sehr großer Teil davon könnte durch Präventionsmaßnahmen und bessere Aufklärung verhindert werden. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) kann neben dem im April 2020 vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossenen Recht auf eine Zweitmeinung vor einer Amputation auch der neue DFS-Fuß-Pass dabei helfen, die Zahl der Amputationen infolge eines DFS zu verringern.

Dieser folgt einem einfachen Ampelsystem. Die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt gibt den Pass in entsprechender Farbe an die Patienten aus. Die Gefährdung des Fußes wird so auf den ersten Blick deutlich: Grün steht für ein geringes Risiko. Diese Patienten sollten einmal im Jahr zur Kontrolle kommen. Der gelbe Fuß-Pass weist auf ein mittleres Risiko hin und empfiehlt eine Kontrolle im Sechs-Monats-Abstand sowie eine regelmäßige Fußpflege. Inhaber des roten Passes unterliegen einem sehr hohen Risiko, müssen vierteljährlich zum Arzt und dringend über ihr Recht auf eine mögliche Zweitmeinung aufgeklärt werden.

„Viele Patienten verdrängen, wie es um ihren Fuß steht, bis es zu spät ist. Der neue Fuß-Pass hilft ihnen dabei, den Status ihres Fußes richtig einzuordnen und eine potenzielle Gefährdung bewusst zu machen,“ erklärt DGA- Vorstandsmitglied Dr. Holger Lawall. Er sehe in seiner Praxis regelmäßig Betroffene, die viel zu spät kommen. Oft seien es aber nicht nur die Patienten selbst, denen es an Informationen mangelt: „Es gibt alternative Therapien zur Amputation. Dafür ist es wichtig, beim Facharzt oder Fußspezialisten vorstellig zu werden. Der Fuß-Pass soll eine Verknüpfung und Kommunikationshilfe für alle Beteiligten sein.“ So könnten die Experten, wie Angiologen und Diabetologen, beispielsweise Informationen an den Hausarzt übermitteln. Entsprechend interdisziplinär ist auch der Kreis der Organisationen, die sich für den DFS-Fuß-Pass stark gemacht haben: Neben der DGA waren auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft, diabetesDE (Deutsche Diabetes-Hilfe) und die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie beteiligt.

Dr. Lawall erklärt: „Unser aller Anliegen ist es, die Amputationsrate zu reduzieren und allen Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung anzubieten. Mit dem Fuß-Pass bekommen Betroffene und Ärzte ein Instrument an die Hand, welches nicht nur die Behandlung strukturiert und erleichtert, sondern die Awareness für das DFS im Allgemeinen erhöht.“

Der Fuß-Pass kann von Behandlern kostenfrei unter info@dga-gefaessmedizin.de bestellt werden. Auf der DGA-Webseite unter https://www.dga-gefaessmedizin.de/patienten/zweitmeinung.html können Patientinnen und Patienten zudem Ärztinnen und Ärzte finden, die für eine Zweitmeinung zur Verfügung stehen.

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