Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Orientierungswert für 2021 steht fest: Schlappe 1,25 Prozent mehr als im Vorjahr

Der Orientierungswert wird zum 1. Januar 2021 von aktuell 10,9871 auf 11,1244 Cent angehoben. Damit steigt die Vergütung für alle ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen um rund 1,25 Prozent. Das bedeutet knapp 500 Millionen Euro mehr für die Versorgung gesetzlich krankenversicherter Patienten. Diese Entscheidung hat der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) am gestrigen Dienstag (15. September 2020) gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) getroffen, nachdem die Verhandlungen im August zunächst gescheitert waren. Die Krankenkassen hatten damals eine Nullrunde gefordert.

Der KBV-Vorstand zeigte sich bitter enttäuscht von der Entscheidung des EBA. Es sei jedem klar, dass die Aufwände in den Praxen in der Corona- Pandemie massiv gestiegen sind und dass das Engagement der Ärzte und ihrer Angestellten extrem hoch war. Diese dann mit einer Punktwert-Steigerung von 1,25 Prozent abzuspeisen, sei „natürlich schon eine grobe Missachtung der Leistungen in der Coronakrise“ erklärte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen, in einer Videobotschaft. Sein Stellvertreter Dr. Stephan Hofmeister kritisierte: „Insbesondere während der letzten Monate der Corona-Pandemie trugen die Niedergelassenen die Hauptlast der Versorgung: Sechs von sieben COVID-19-Patienten wurden ambulant behandelt. Nun ist für die Kolleginnen und Kollegen offenbar nicht genug Geld da, um die massiv gestiegenen Aufwendungen in den Praxen aufzufangen.“ Dr. Gassen empörte sich: „Milliarden fließen in die Krankenhäuser, Milliarden erhält der Öffentliche Gesundheitsdienst, aber für die Vertragsärzte soll nun kein Geld mehr da sein.“ Für die beiden KBV-Vorstände handelt es sich bei der EBA-Entscheidung um „einen Affront gegen die Vertragsärzteschaft“.

Die nun auf Bundesebene erzielten Ergebnisse bilden die Grundlage für die anschließenden Verhandlungen zwischen den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen und den regionalen Krankenkassen: Denn wie viel Geld letztlich für die medizinische Versorgung der Menschen in den einzelnen KV-Bereichen bereitsteht, ist Sache der Landesebene.

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