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G-BA: MRSA-Sanierungsbehandlung in der häuslichen Krankenpflege künftig GKV-Leistung

Die ambulante Eradikationstherapie von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-(MRSA) kann künftig im Rahmen der häuslichen Krankenpflege für bestimmte Patientengruppen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnet werden. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 23. Januar 2014 in Berlin gefasst. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA, sagte hierzu: „Die künftig verordnungsfähigen Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege zur Beseitigung von MRSA können bei Menschen mit bestimmten Risikofaktoren zur Anwendung kommen, obwohl sie noch keine Krankheitssymptome aufgrund einer MRSA-Besiedelung aufweisen, es also noch nicht zur Infektion gekommen ist. Je nachdem, welche Maßnahmen der ärztliche Sanierungsplan vorsieht, handelt es sich zum Beispiel um antiseptische Behandlungen der Nase, besiedelter Wunden oder der Haut.“ Der Beschluss zur MRSA-Eradikationstherapie wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Der Beschlusstext und die Tragenden Gründe werden dann im Internet veröffentlicht.

Dem Präsidenten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Alfred Dänzer, geht der Beschluss allerdings nicht weit genug: „Es ist allgemein bekannt, dass ein großer Teil der Krankenhausinfektionen von den Patienten in die Krankenhäuser mitgebracht wird. Die im G-BA beschlossene Richtlinie, mit der ambulante Behandlungsmöglichkeiten beschrieben werden, bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück, Infektionen wirksam zu bekämpfen.“ In einer Pressemitteilung bezeichnete Dänzer es als „geradezu grotesk“, dass Patienten im Vorfeld einer stationären Behandlung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege nur eine ambulante Eradikationstherapie durch die niedergelassenen Ärzte verordnet bekommen dürfen, wenn sie sich zuvor im Krankenhaus die MRSA-Besiedlung haben feststellen lassen. Noch widersprüchlicher sei die Leistungsbeschreibung für die Vergütungsregelung der niedergelassenen Ärzte. Dänzer kritisierte weiter, in den Arztpraxen blieben die Auslösekriterien für die Testung und zur Durchführung der Behandlung hinter den vom RKI festgelegten Empfehlungen (KRINKO) zurück, bei denen die Krankenhäuser zur präventiven Testung verpflichtet seien. „Während die Krankenkassen von den Krankenhäusern alles maximal Mögliche verlangen, um Infektionen zu vermeiden und zu bekämpfen, verweigern sie sich in einer als skandalös zu bezeichnenden Weise, wenn es darum geht, im Vorfeld des Krankenhauses im niedergelassenen Bereich den Ärzten und Pflegenden die Instrumente an die Hand zu geben, die wirksam zur Bekämpfung von Infektionen beitragen könnten.“

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