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Fersensporn: Lokalisation entscheidet über das therapeutische Vorgehen

Fersenschmerzen sind ein häufiges Phänomen, unter dem rund 30 Prozent der Patienten leiden, die eine fußchirurgische Praxis aufsuchen. Darauf hat der Fußchirurg Dr. Kai Olms aus Bad Schwartau  am 22. Februar 2014 beim Bundeskongress Chirurgie in Nürnberg hingewiesen. Unter einem Fersensporn verstehe man knöcherne Vorsprünge oder Vorwölbungen an Sehnen mit knöcherner Verankerung. Während ein posteriorer Fersensporn im Ansatzbereich der Achillessehne am oberen Ende der Calcaneusapophyse entsteht, entwickelt sich der plantare Fersensporn am Ursprungsbereich der Plantaraponeurose (Tuberculum mediale des Calcaneus).

Entscheidend für den Behandlungserfolg sei der Erhalt des Fettpolsters an der Ferse: „Dieses Fersenpolster hat eine einzigartige Struktur und muss wegen seiner dämpfenden Wirkung unbedingt erhalten bleiben“, betonte Olms.

Ein posteriorer Fersensporn lasse sich konservativ nicht erfolgreich behandeln. „Insbesondere von Steroidinjektionen sollte man Abstand nehmen, denn diese können zur Auflösung der Achillessehne führen“, warnte Olms. Stattdessen sei eine großzügige Abtragung der Exostose angezeigt. „Wann immer es zu einem vermeintlichen Rezidiv kommt, ist der Sporn meist primär nicht großzügig genug entfernt worden“, sagte Olms. Im Vorfeld der Operation müsse der Chirurg den Patienten unbedingt darüber aufklären, dass es meist ein halbes Jahr dauert, bis er wieder problemlos laufen kann. „Man braucht Geduld. Bei Marathonläufern dauert es sogar oft bis zu acht oder neun Monaten, bis sie wieder einsatzbereit sind.“

Für die Nachbehandlung empfahl Olms einen Airwalker mit Fersenkeil und Teilbelastung in den ersten 14 Tagen. Danach könne man den Fersenkeil kontinuierlich verkleinern und die Belastung bis zur Schmerzgrenze langsam steigern. Eine Vollbelastung sei dann nach acht Wochen möglich.

Anders sei die Situation beim plantaren Fersensporn: „Dieser Sporn ist an sich nicht schmerzhaft, sondern wird erst durch andere Faktoren wie Übergewicht, Fußdeformitäten oder ein Trauma symptomatisch“, erklärte Olms. Beim plantaren Fersensporn lohne es sich in jedem Fall, zunächst einen konservativen Therapieversuch zu starten. In 80 Prozent der Fälle führten NSAR, Krankengymnastik, fokussierte Stoßwellentherapie oder Röntgenreizbestrahlung zum Erfolg. „Zuallererst sollte aber eine Einlagenversorgung erfolgen, um das Mittelgewölbe zu stützen und den Zug auf die Plantaraponeurose zu mindern“, riet Olms.

Sollten alle konservativen Bemühungen fehlschlagen, könne man die Schmerzen des Patienten mit einer endoskopischen Fasziotomie (EPF) lindern. Hierbei werde die Plantaraponeurose an ihrem Ansatz eingekerbt, womit sich eine Entlastung und damit meist auch Schmerzfreiheit erzielen lasse. „Bei der EPF handelt es sich um einen kurzen Eingriff, was aber nicht heißt, dass man ihn nebenbei machen kann“, betonte Olms. Nach der Operation könne der Fuß in einem Spezialschuh bald wieder belastet werden.

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